10.09.2019 00:25 |

VW-Kooperation

So cool ist der Ur-Käfer als Elektromobil

„Er läuft und läuft und läuft …“ - Mit diesem Slogan bewarb Volkswagen in den 60er-Jahren den allseits beliebten Käfer. Statt mit knatterndem Motorsound läuft der Klassiker anno 2019 elektrisch weiter: als Kleinserie namens e-Käfer. Auf der kommenden IAA wird er in Frankfurt zu sehen sein. Als seriennahe Studie zeigte der e-Käfer als Cabriolet schon vorab rund um Braunschweig, was in ihm steckt.

Eingefleischte Käfer-Fans werden den charismatisch-knatternden, luftgekühlten Motor vermissen. Hinter der Heckklappe, wo der sich sonst befindet, verbirgt sich beim e-Käfer nichts, außer zusätzlicher Stauraum. Leise, aber sehr agil rollt er über den Asphalt. Angetrieben wird er von einem Synchron-Elektromotor, der sonst im VW E-Up zum Einsatz kommt. Die Leistung liegt bei 82 PS (60 kW). Der Sprint von Null auf 80 km/h wird herstellerseitig mit 8,4 Sekunden angegeben. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h.

2017 brachte die Firma E-Classics aus dem württembergischen Renningen einen ersten Prototypen auf den Weg, der damals noch mit eigenen Lösungen für den Antrieb ausgestattet war. Im April 2018 kam der Kontakt zu „Volkswagen Komponente“ zustande, aus dem sich eine Zusammenarbeit entwickelte. Volkswagen stellt fortan die technische Grundlage mit den Antriebs- und Getriebeteilen sowie Batterien. Die Kapazität des Lithium-Ionen-Batteriepacks liegt bei 36,8 Kilowattstunden. Das langt laut E-Classics für eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern. Ein genauer WLTP-Wert liegt nicht vor, da ein Klassiker nicht an diese Prüfnorm gebunden ist - auch nachträglich elektrifiziert nicht.

Auf gemeinsamer Ausfahrt mit einem Käfer Cabriolet aus dem Jahr 1978, ein US-Reimport, wird beim genauen Hinsehen ein markanter Unterschied deutlich. Der Elektro-Käfer liegt wesentlich tiefer, bedingt durch das eingebaute Batteriepack. Als Reminiszenz an das klassische Cabrio ist auch beim elektrischen Modell das Verdeck mechanisch: Mit ein paar Handgriffen ist die „Stoffmütze“ verstaut. Von der Aufschrift „eKäfer“ an der Seitentür abgesehen sind die veränderten Frontlichter und der Ladestecker hinter der rechten Heckleuchte die wesentlichen äußeren Erkennungsmerkmale.

Im Interieur trifft Retrolook auf die Vorzüge moderner Technik. Navi, Rückfahrkamera, DSG-Wahlhebel und eine digitale Reichweitenanzeige sorgen für Komfort. Sofern mit dem Schalthebel entsprechend ausgewählt, rekuperiert der Käfer, sobald man den Fuß vom Gas nimmt. Damit lässt sich das Fahrzeug zumindest im Stadtverkehr nach kurzer Eingewöhnungsphase punktgenau abstoppen, auch ohne auf die mechanische Bremse zu treten. Aufgeladen wird etwa an den Ladesäulen von Volkswagen: Mit Schnell-Ladung ist die Batterie in 45 Minuten auf 80 Prozent Akkukapazität gebracht.

Als Kleinserie kommt der Käferumbau über zertifizierte Partner auf den Markt. Kleinserien gehen ins Geld: E-Classics bietet den Umbau für rund 49.000 Euro an. Davon entfallen allein 39.000 Euro auf das Batteriepaket. Wer noch keinen Käfer hat und direkt mit dem Klassiker in die E-Mobilität einsteigen möchte, der zahlt bis zu 99.000 Euro für Anschaffung eines Originals und dessen Elektrifizierung-Umbau.

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