03.08.2019 06:02 |

Ideales Aufbautraining

Radeln fürs Herz

Im Vergleich zum Gehen oder Laufen ist die Gelenkbelastung bei dieser Sportart deutlich geringer. Trotzdem kann man dabei die Lebenspumpe effektiv trainieren.

Wir befragten Mag. Martin Miehl, Sportwissenschafter vom Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs (NÖ) zum Thema Radfahren:

Wie wirkt sich dies auf Gesundheit und Herz aus?
Der positive Effekt zeigt sich unter anderem durch die Stärkung des Herzmuskels. Zu dieser kommt es, wenn man mindestens 30 Minuten dreimal pro Woche mit dem Rad unterwegs ist. Dabei sollte eine leichte Anstrengung spürbar sein, maximale Anstrengung jedoch aus gesundheitlichen Gründen vermieden werden. Solange man Sätze noch flüssig sprechen kann, ist alles im grünen Bereich. Blutdruck und Puls werden durch das Radeln niedriger, das Immunsystem stärker.

Eignet sich Radfahren zur Gewichtsreduktion?
Will man Abnehmen, stellt Radfahren eine der besten Möglichkeiten dar. Im Vergleich zum Gehen oder Laufen ist die Gelenkbelastung deutlich geringer. Wer Kilos verlieren möchte, muss sich auf einen langfristigen Prozess einstellen. Muskulatur sollte dabei erhalten und aufgebaut, Fettgewebe reduziert werden. Das geht nicht von einem Tag auf den anderen, sondern braucht Geduld.

Stressbremse auf zwei Rädern?
Bei psychischen Dauerbelastungen kann regelmäßiges Radfahren wahre Wunder wirken. Es hilft, Stress zu reduzieren, und verbessert die Schlafqualität. Das führt zu nachhaltiger Erholung und macht fit für den Alltag. Außerdem wird die Beinmuskulatur stärker und die Ausdauerleistungsfähigkeit höher. Das spürt man zum Beispiel auch beim Treppensteigen. Mehr Muskelmasse an den Beinen wirkt sich zudem positiv auf den Zucker- und Cholesterinhaushalt aus.

Was muss ich tun, bevor ich mich aufs Rad setze?
Im ersten Schritt sollte der Ist-Zustand über eine Leistungsdiagnostik in Form eines Belastungs-EKGs auf dem Radergometer beim Internisten festgestellt werden. Dabei wird nicht nur die aktuelle Leistungsfähigkeit ermittelt, sondern auch die Herzfunktion unter Belastung getestet. Danach die Bewegungseinheiten auf dem Fahrrad gezielt so gestalten, dass der Organismus im richtigen Ausmaß gefordert, aber nicht überfordert wird.

Wie soll ich am besten trainieren?
Die richtige Bewegungsdauer und -stärke sind immer individuell. Sie hängen unter anderem von der aktuellen körperlichen Gesundheitssituation (liegen Erkrankungen oder Verletzungen vor?) sowie dem aktuellen Leistungszustand ab. Je besser man trainiert ist, desto länger und häufiger darf und soll man sich bewegen.

Sind Pausen während des Trainings wichtig?
Zwischen den Einheiten muss unserem Organismus genug Erholungszeit eingeräumt werden, denn nur dann kann man das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur aufbauen und stärken. Regenerationsmaßnahmen wie zum Beispiel ausreichend Schlaf, richtige Ernährung, Dehnen, Massagen etc. beschleunigen die Erholung und machen schneller bereit für den nächsten Belastungsreiz.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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