17.07.2019 14:51 |

Brief in „Causa Gugl“

Europa-Verbands-Boss protestiert bei Bürgermeister

Der von den Leichtathleten initiierte Kampf um den Erhalt des Gugl-Stadions mit acht Laufbahnen hat jetzt auch von höchster Stelle prominente Unterstützung erhalten. Svein Arne Hansen, Präsident des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EA), bittet in einem Schreiben an Klaus Luger, den Bürgermeister der Stadt Linz, die Gugl samt seinen Leichtathletik-Anlagen zu erhalten und nicht in ein reines Fußball-Stadion umzubauen.  

Der Norweger weist in seinem Schreiben vor allem darauf hin, dass die Gugl das einzige vom Leichtathletik-Weltverband (IAAF) zertifizierte Stadion der höchsten Klasse (Class 1) ist. Daher sei die Gugl die einzige Arena Österreichs, die internationale Events unter der Schirmherrschaft der IAAF oder der EA durchführen könne. Zudem spiele das Stadion natürlich an erster Stelle eine höchst bedeutende Rolle für die Spitzen- und Nachwuchsathleten in Linz. Auch verweist Hansen auf die lange, große Leichtathletik-Geschichte des Stadions, in dem Top-Meetings stattgefunden haben.

In Europa, so der EA-Präsident, gebe es viele Beispiele, wo Leichtathletik mit anderen Sportarten gemeinsam „glücklich“ existieren könne. „Das mit Abstand beste Beispiel ist Berlin, wo das Olympia-Stadion im vergangenen Sommer Austragungsort für das Finale um den deutschen Fußball-Cup und für die höchst erfolgreiche Leichtathletik-Europameisterschaft gewesen sei.“ Die Atmosphäre bei der EM sei „phänomenal“ gewesen. Hansen bietet dem Bürgermeister auch Gespräche über die Möglichkeit an, wie Linz in der Zukunft einen Event des Europäischen Leichtathletik-Verbandes durchführen könne.

In diesem Zusammenhang schreibt Helmut Baudis, Generalsekretär des ÖLV, in einer Aussendung: „Es sei erwähnt, dass der OÖLV und der ÖLV sich in den letzten Jahren für die Ausrichtung einer U23-EM in Linz bewerben wollten. Im Gegensatz zum Land OÖ, das hier gerne unterstützt hätte, kam hier immer eine Ablehnung der Stadt Linz, was eine offizielle Bewerbung bremste. Vielleicht ist es jetzt möglich, mit Einbindung des Europäischen Leichtathletik-Verbands, über ein solches Vorhaben und die regelmäßige Ausrichtung von internationalen Leichtathletik-Wettkämpfen in Linz zu sprechen. Eine Chance wäre es, neben der sehr guten Trainingsauslastung und der Nutzung für nationale Leichtathletik-Veranstaltungen, die Gugl als internationale Leichtathletik-Bühne wieder zu etablieren und so die Gesamtauslastung des Stadions zu erhöhen.“

Weitere prominente Unterstützung hat die von Michaela Anzinger, Obfrau des ATSV Linz (dem sehr betroffenen Verein), ins Leben gerufene Petition zum Erhalt der Gugl von Olympiasiegern erhalten. Christian Taylor (im Bild oben), der im Dreisprung 2012 und 2016 Gold gewonnen hat, plädiert ebenso wie Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler für den Erhalt der Gugl samt seinen Leichtathletik-Anlagen. Zahlreiche heimische Leichtathleten haben sich natürlich inzwischen auch für den Erhalt der Gugl ausgesprochen. Frühere Asse wie Wolfgang Konrad unten im Bild), Dietmar Millonig (der vor 30 Jahren ein unvergessliches 5000-m-Rennen in Linz gewonnen hat), Michael Wildner, Georg Werthner, Doris Auer, Elke Wölfling, Betina Germann, Karin Krifka oder heutige Spitzenathleten wie Lukas Weißhaidinger, Markus Fuchs, Valentin Pfeil, Ivona Dadic, Beate Schrott, Lena Millonig, Julia Millonig, Ina Huemer, Clara Baudis, Karin Strametz oder Sarah Lagger, um hier zumindest nur einige wenige Namen zu nennen. Trainer wie Wilhelm Lilge oder Karl Sander stehen auch hinter der Petition.

Wie wohl die ganze Leichtathletik-Familie und inzwischen auch andere Vertreter des österreichischen Sports. Denn die erst in der Vorwoche gestartete Petition hat bereits über 3900 Unterstützer gefunden. Dabei geht es nicht um einen Kampf gegen den Fußball, sondern um eine gemeinsame Lösung, Fußball und Leichtathletik weiter auf der Gugl erhalten zu können. Die für die Leichtathleten im Raume stehenden Ausweichmöglichkeiten in Linz scheinen nicht ausreichend zu sein. Die Gugl mit all seinen Anlagen nicht nur für die Leichtathleten, sondern auch für viele andere Sommersportler sei einfach elementar zu wichtig. Natürlich auch für den Olympia-Stützpunkt, der auf der Gugl (und nicht woanders) eine Laufbahn brauche. Deshalb bitte man, die Gugl nicht in ein reines Fußballstadion umzubauen.

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung 

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