10.08.2019 05:57 |

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Nokia 4.2: Wie viel Handy gibts für 190 Euro?

HMD Global hat ein neues Einsteiger-Smartphone auf den Markt gebracht: das Nokia 4.2. Für rund 190 Euro gibt es zweckmäßige Ausstattung wie ein 720p-Display, einen Achtkern-Chip und eine 13-Megapixel-Kamera. Wir haben Nokias neues Volks-Smartphone getestet.

Dass man sich für unter 200 Euro keine Oberklasse-Hardware erwarten darf, liegt dabei auf der Hand. Das Nokia 4.2 verlangt dem Nutzer durchaus Abstriche ab - sei es bei der Darstellungsqualität oder der Kamera.

Was im Nokia 4.2 auf technischer Ebene steckt, sehen Sie hier:

Nokia 4.2

CPU

Snapdragon 439: 4 x 1,95 + 4 x 1,45 GHz

RAM

3 GB

Diagonale

5,71 Zoll

Auflösung

1520 x 720 Pixel

Speicher

32 GB

Speicherkarten-Slot

bis 400 GB

Hauptkamera

13 Megapixel (F/2.2)
2-Megapixel-Zweitkamera (Tiefenschärfe)

Frontkamera

8 Megapixel (F/2.0)

Funk

LTE, N-WLAN, Bluetooth 4.2, NFC, GPS; GLONASS, BeiDou

Maße

149 x 71,3 x 8,4 Millimeter; 161 Gramm

Akku

3000 mAh (lädt via microUSB)

Extras

Fingerscanner (hinten)
Dual-SIM

Software

Android 9 (Android One)

Preis

ab ca. 190 Euro

Heldentaten vollbringt der Einsteiger-Chip im Nokia 4.2 nicht. Er sorgt zwar für eine flüssige Android-Darstellung und führt auch einfache gängige Apps ohne Probleme aus. Gerade für komplexere Spiele am Smartphone ist er aber zu schwach, was sich auch in einer recht niedrigen Benchmark-Bewertung niederschlägt. Im Belastungstest AnTuTu beispielsweise schafft das Nokia 4.2 nur rund 80.000 Punkte. Zum Vergleich: Die aktuelle Oberklasse schafft mehr als 300.000.

Niedrige Auflösung, Display nicht sehr hell
Bei Display und Kamera verlangt das Nokia 4.2 dem Nutzer ebenfalls Abstriche ab. Die Schärfe des 720p-Bildschirms mit Einkerbung für die Frontkamera und dünnem Rand dürfte zwar vielen Nutzern vollkommen genügen, zumal sich auf 5,7 Zoll Diagonale trotzdem noch eine scharfe Pixeldichte ergibt, seitliche Ablesbarkeit und Helligkeit spielen aber auf einem eher geringen Niveau. Gerade in hellem Sonnenlicht kann das problematisch werden.

Mittelprächtige Kamera
Die Kamera mit 13-Megapixel-Sensor und Tiefenschärfe-Zweitkamera ist nicht besonders lichtstark, was bei guten Lichtverhältnissen draußen nicht dramatisch ist, sich aber im Zwielicht in Form von verrauschten und unscharfen Bildern niederschlägt. Weil die Kamera keine optische Bildstabilisierung hat, ist man darüber hinaus einem höheren Risiko von Verwacklern ausgesetzt.

Alles in allem ist die Kamera nicht misslungen und entspricht dem, was man in der Preisklasse unterhalb der 200 Euro erwarten darf. Wer Wert auf gute Fotos legt, sollte aber eher in ein teureres Modell investieren.

Solide Ausstattung, aber veraltetes WLAN
Abgesehen von Abstrichen bei CPU, Display und Kamera bietet das Nokia 4.2 keine schlechte Ausstattung. Das Glasgehäuse fühlt sich teurer an, als man es erwarten würde, und wies bei unserem Testgerät auch keine Verarbeitungsmängel auf. Dass es einen Klinkenanschluss und die Möglichkeit, microSD-Karten zu nutzen gibt, sei positiv erwähnt. Der Fingerscanner an der Rückseite könnte etwas schneller arbeiten. Die Funkstandards sind - mit Ausnahme des veralteten WLAN - halbwegs aktuell und auch die Frontkamera arbeitet solide.

Ausdauernder Akku, schnörkellose Software
Die zwei größten Stärken des Nokia 4.2 sind seine lange Akkulaufzeit und die Software. Der sparsame Prozessor und das gering auflösende Display sorgen nämlich dafür, dass das Nokia 4.2 mit seinem 3000-Milliamperestunden-Akku recht problemlos auch einen intensiven Tag Betrieb übersteht, für die meisten Durchschnittsbenutzer sollte auch ein zweiter Tag drin sein.

Und bei der Software setzt HMD Global beim Nokia 4.2 dankenswerterweise auf Android One, also das unveränderte und nicht mit Bloatware angereicherte Original-Android von Google. Das überzeugte im Test mit einer flüssigen und schnörkellosen Bedienung, überdies ist es von Vorteil, dass die Updates bei Android One direkt von Google und somit schnell und ohne lange Anpassungen zum Nutzer kommen.

Fazit: Das Nokia 4.2 ist ein zweckmäßiges Android-Smartphone, an dem vor allem die Software und die lange Akkulaufzeit liebenswürdig sind. Die restliche Ausstattung - der eher schwache Prozessor, das niedrig auflösende Display und die nicht besonders lichtstarke Kamera - ist aber nichts Besonderes. Vor allem in Sachen Kamera bekommt man um Hundert Euro mehr deutlich mehr geboten. Wer aber ein möglichst günstiges und schnörkelloses Android-Smartphone sucht und wenig Wert auf Fotografie und Rechenkraft legt, wird mit dem Nokia 4.2 gut bedient.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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