17.06.2019 08:18

Nach FPÖ-Nervenkrieg

Emotionales Video: Strache verzichtet auf Mandat

Heinz-Christian Strache hat Montagfrüh in einer emotionalen Aussendung bekannt gegeben, dass er sein EU-Mandat nicht annehmen werde. Er bedankte sich bei den Wählern, die ihm eine Vorzugsstimme gegeben hatten und ihm „damit direkt-demokratisch ihr uneingeschränktes Vertrauen ausgesprochen haben“, so der FPÖ-Politiker. Er wolle erst wieder in die Politik zurückkehren, „nachdem die Hintergründe des Ibiza-Videos weitestgehend aufgeklärt sind“. Das sei kein politisches Kalkül, sondern eine „persönlich getroffene Entscheidung“.

Strache, der vor vier Wochen über die Ibiza-Affäre gestolpert war, wandte sich auch in einer Videobotschaft auf Facebook an seine Wähler. Darin betonte er einmal mehr, er habe „den schweren Schritt aus der operativen Politik getan“, um die Regierungskoalition fortzusetzen, wie mit Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz vereinbart.

„An diese Zusage hielt er sich leider nicht, kündigte enttäuschenderweise die Koalition einseitig auf und zahlte hierfür einen hohen Preis. Das Parlament sprach ihm das Misstrauen aus, er verlor sein Amt“, resümierte Strache und betonte, dass dies zum ersten Mal in der heimischen Geschichte vorgekommen war.

„Wir sind stark, wir bleiben stark und wir werden noch stärker“
Ganz von der Bildfläche verschwinden wolle er jedoch nicht, kündigte Strache an: „Ich werde mich nicht zurückziehen, mich auch nicht verstecken. Im Gegenteil. Ich stelle mich vielmehr als einfaches Parteimitglied der FPÖ in den Dienst der vollständigen und schonungslosen Aufklärung und politisch unterstützend voll und ganz hinter den designierten Bundesobmann Norbert Hofer und sein Team.“ Die FPÖ lasse sich nicht spalten. Die Parteifamilie stehe nun enger zusammen. „Wir sind stark, wir bleiben stark und wir werden noch stärker“, zeigt sich Strache optimistisch.

Unterstützung für Ehefrau Philippa
Der Verzicht auf das EU-Mandat könnte mit der kürzlich angekurbelten politischen Karriere seiner Ehefrau Philippa zusammenhängen: Die bisherigen Tierschutzbeauftrage der Partei ist für den dritten Listenplatz für die Nationalratswahl nominiert - es wurde spekuliert, dass es sich dabei um einen Deal handeln könnte, damit Strache auf das Mandat verzichte. Eine weitere Vermutung: Der ehemalige Parteichef könnte Spitzenkandidat für die Wiener Gemeinderatswahl 2020 werden. Auf Facebook schrieb er, er wolle seiner Gattin „unterstützend zur Seite stehen“.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

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