05.06.2019 09:00 |

Sommer im Tal

Schneeräumung XXL auf der Hochalpenstraße in Tirol

Wenn am Mittwoch die Lawinenkommission grünes Licht gibt, wird die Timmelsjoch Hochalpenstraße am Freitag, dem 7. Juni, für den Verkehr geöffnet. In den vergangenen Wochen haben die Männer der Straßenmeisterei 40.000 Lkw-Ladungen Schnee von der Fahrbahn geräumt. Und immer noch türmt sich der Schnee an der Straßenseiten bis zu zehn Meter in die Höhe, während im Tal bereits Sommer ist - mit Temperaturen um die 30 Grad. Die „Krone“ hat das Räumkommando bei den finalen Arbeiten begleitet.

Das Panorama ist überwältigend, die Ruhe himmlisch. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Straßenmeister Robert Pixner und seine Mitarbeiter Rudi Brunner, Thomas und Robert Santer stehen am Timmelsjoch, 2500 Meter über dem Meer und schauen hinunter auf die leere Straße. Wie ein graues Band zieht sie sich durch das Winterweiß. In acht Wochen Arbeit haben es die Männer freigelegt. Meter für Meter, Schicht für Schicht. „Mitte April fangen wir bei der Mautstelle an. 200 Frässtunden pro Maschine rechnen wir“, zeigt Pixner auf die riesigen Geräte, die die einstige Schmugglerroute heute für die legalen Grenzgänger auf vier und zwei Rädern freischaufeln.

Fast 200.000 Fahrzeuge pro Sommersaison
Mehr als 100.000 Autos und 80.000 Motorräder passieren pro Sommer die Verbindung zwischen Ötztal und Passeiertal. Der erste Ansturm könnte schon zu Pfingsten kommen. Doch noch gehört die Straße den Arbeitern – und den Radfahrern, die sich über Lawinenwarnung und Sperre hinwegsetzen und die Hochalpenstraße als Trainingsstrecke nutzen. Pixner und seine Leute können das Verhalten nicht verstehen. Auch sie müssen vor Lawinen auf der Hut sein. Die Arbeit ist nicht ungefährlich.

Arbeiter sind mit den Naturgefahren vertraut
Thomas Santer erzählt, dass eine Lawine heuer sein Fahrzeug erfasste: „Ich musste über die Dachluke aussteigen.“ Das kommt vor. Doch zum Glück selten und noch nie mit großem Schaden. Die Männer - im Winter Skilehrer oder Pistenraupenfahrer - sind vertraut mit den Naturgefahren. „Am Nachmittag können wir nicht immer arbeiten, weil die Lawinengefahr zu groß ist. Und am Abend müssen wir uns manchmal den Weg Richtung Tal wieder freifräsen“, berichtet Rudi Brunner.

Er steht neben einer 4 Tonnen schweren Fräse. Sie war bei der Anschaffung 2010 die größte in Österreich. Denn nicht nur am Glockner, auch am Timmelsjoch braucht es XXL-Geräte für die Straßenmeisterei.

GPS-Gerät hilft, Straße unter dem Weiß zu finden
40.000 Lkw-Ladungen Schnee werden pro Jahr auf den acht Kilometern auf Nordtiroler Seite weggeräumt. Seit zwei Jahren hilft ein GPS-Gerät, die Straße unter dem Weiß zu finden. „Davor konnten wir uns nur an den Schneestangen orientieren. Mit Schneeschuhen haben wir den Weg vorgezeichnet und uns dann entlang dieser Linie hinunter gearbeitet“, erzählt Robert Santer.

Schneewände noch bis zu 10 Meter hoch
Die Schneewände neben der Straße sind noch bis zu zehn Meter hoch. „Ein schöner Arbeitsplatz, wenn’s im Tal 30 Grad hat“, meint Pixner und lacht. Mit der Ruhe am Timmelsjoch ist es aber bald vorbei. Am Wochenende könnte die Straße wieder offen sein. Bleibt noch das Panorama. Das ist mit und ohne Verkehr, mit und ohne Schnee atemberaubend.

Claudia Thurner
Claudia Thurner

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