So, 16. Juni 2019
01.06.2019 06:06

Ständige Belastung

Digitalstress macht krank!

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen zehn Jahren nachhaltig verändert. Mit der Digitalisierung wachsen die Anforderungen, in nahezu allen Branchen ist Multitasking gefragt. Die ständige Erreichbarkeit und ein hoher Lärmpegel in Großraumbüros führen langfristig zu Ineffizienz, verlangsamten Prozessen und im schlimmsten Falle auch zu Erkrankungen!

Während vor zehn Jahren zehn Prozent aller Krankschreibungen mit psychischen Leiden begründet wurden, waren es im vergangenen Jahr bereits 16 Prozent. Tendenz: weiter steigend. Der Arbeitspsychologe Dr. Jan Dettmers von der Medical School Hamburg untersuchte in diesem Zusammenhang die Auswirkungen permanenter Erreichbarkeit in der Freizeit. Und fand wenig überraschend heraus, dass nur komplettes Abschalten zu ausreichender Erholung führt.

Der Neurologe Dr. Manfred Spitzer wird in seinem weltweit beachteten Buch „Digitale Demenz“ noch deutlicher und behauptet, dass die digitalen Medien dem Menschen zu viel geistige Arbeit abnehmen und dadurch dem Gedächtnis schaden würden. Zu großer Druck im Job ohne Erholungsphasen führt wie auf einer Einbahn zum Burnout! Umfragen der Universität St.Gallen zufolge leiden 23 Prozent aller Beschäftigten darunter. 60 bis 80 Prozent der Erkrankten bestätigen, dass die ständige digitale Erreichbarkeit maßgeblich dazu beigetragen hat.

Weniger Leistung durch Digitalstress
Dass Stress mit der Digitalisierung am Arbeitsplatz die Leistung schwächt, belegt auch eine Studie der Universität Augsburg, bei der insgesamt 2640 Berufstätige befragt wurden. Die Wissenschafter fragten die Teilnehmer zunächst, welche von 40 Technologien sie bei der Arbeit nutzen - angefangen vom Festnetztelefon über das Navi bis zu künstlicher Intelligenz. Anschließend wurden Stressempfinden, berufliche Belastung und Krankheitstage abgefragt.

Resultat: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer, die hohem digitalen Stress ausgesetzt sind, leiden unter Rückenschmerzen, Kopfweh und chronischer Müdigkeit. Die berufliche Leistung wird deutlich herabgesetzt. Hauptursache ist laut der Studie aber weniger die Technologie als solche, als vielmehr mangelndes Wissen der Arbeitnehmer im Umgang damit. Weiters zeigte sich, dass Frauen digital gestresster sind als Männer und sich 25- bis 34-Jährige stärker belastet fühlen als ältere Kollegen.

Mag. Katharina Lhotsky, Kronen Zeitung

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