15.03.2019 09:30 |

„Bauherrenmodell“

Bauen auf Zeit: Ein Stück vom großen Kuchen

Der Einstieg in ein sogenanntes „Bauherrenmodell“ ist oft spürbar günstiger als der Kauf einer kleinen Vorsorgewohnung. Dennoch ist diese Form der Geldanlage nicht für jedermann sinnvoll. Doch ist das Modell tatsächlich eine Alternative zu klassischen Anlage- und Vorsorgewohnung?

Wer ein wenig Geld zur Seite gelegt hat und sich nach alternativen Anlageformen dafür umsieht, stößt früher oder später auf das so genannte Bauherrenmodell. Ein Konstrukt um einige Ecken, doch das Grundprinzip ist schnell erklärt: Eine Gemeinschaft von Investoren erwirbt eine Immobilie, um sie zu sanieren und anschließend zu vermietenOft handelt es sich dabei um große und vorzugsweise exklusive Objekte in guter Lage. Neben den zu erwartenden Mieteinnahmen sind vor allem Steuervorteile sowie mögliche öffentliche Förderungen Gründe, in ein Bauherrenmodell zu investieren.

Bauherr ohne Baustellenhelm
Die Anleger kaufen also noch vor Baubeginn einen Anteil an einem zu sanierenden oder neu zu errichtenden Haus. Rechtlich gesehen wird der einzelne Anleger damit zum Bauherrn – obwohl es der Begriff „Investor“ wohl besser treffen würde. Jedenfalls muss keiner der Anleger auf die Baustelle fahren und den Mörtel selbst anrühren. Darum kümmern sich eine Handvoll professioneller Anbieter von Bauherrenmodellen. Diese spezialisierten Immobilieninvestment-Unternehmen erledigen das gesamte Rundherum von Planung, Ausführung und Finanzierung des Bauprojektes für ihre Kundschaft. Die Kunden, das sind die einzelnen Anleger. Sie können bereits mit einem relativ kleinen Investitionsanteil in ein Bauherrenmodell einsteigen.

Relativ niedrige Investitionssumme
Der Einstieg in ein Bauherrenmodell ist oft günstiger als der Kauf einer Vorsorgewohnung. Bei kleineren Bauherrenmodellen beträgt die Mindestinvestition zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Mit der investierten Summe erwirbt man jedoch nur einen sehr überschaubaren Anteil vom gesamten Kuchen - wir reden von einer Größenordnung von 0,2 bis 0,3 Prozent bei der Minimalinvestition. Klingt bescheiden. Man erwirbt damit aber immerhin grundbücherliches Eigentum - und solches bietet bekanntermaßen gewisse Sicherheiten. Anbieter von Bauherrenmodellen versprechen denn auch schöne Renditen.

Nur für Gutverdienende empfehlenswert
Unterm Strich zahlt sich das Bauherrenmodell jedoch nur für Gutverdiener aus der höchsten Steuerklasse aus. In der Startphase schießen die Bauherren Kapital zu, es gibt noch keine Mieterträge. Steuerlich gesehen ein Verlust, der die Einkommensteuer des Anlegers drei bis vier Jahre lang mindert. Nach der Fertigstellung profitieren Bauherren noch einmal von der beschleunigten Abschreibung, die Baukosten dürfen auf 15 Jahre abgeschrieben werden (bei einer herkömmlichen Wohnung läuft die Abschreibung 67 Jahre).

Um in den Genuss dieser Steuerzuckerln zu kommen, muss allerdings innerhalb von 25 Jahren ab Fertigstellung mit den Mieteinnahmen ein steuerlicher Gesamtüberschuss erzielt werden, ansonsten gilt die Sache als „Liebhaberei“ und die steuerlichen Begünstigungen sind zurückzuerstatten.

Bei einem Bauherrenmodell ist jedenfalls ein langer Behaltezeitraum von 20 bis 25 Jahren einzuplanen. Und wer seinen Anteil wieder verkaufen will, muss wissen, dass der Markt für Bauherrenmodelle doch ziemlich überschaubar ist. Zwar gibt es vereinzelt Zweitmärkte, Angebot und Nachfrage sind jedoch mit dem Markt für Eigentumswohnungen nicht vergleichbar.

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