06.03.2019 06:07 |

Aufruhr nach Wechsel

Honda hätte Pedrosa „liebend gern behalten“

Honda-Teamchef Alberto Puig hat kurz vor Beginn der Motorrad-WM 2019 betont, dass man Daniel Pedrosa (33) gerne behalten hätte. Der langjährige Honda-Pilot aus Spanien und MotoGP-Vizeweltmeister von 2010 ist heuer nicht mehr Teil des Weltmeister-Teams und hat als Testfahrer bei KTM angedockt. KTM-Chef Stefan Pierer hatte kürzlich das Verhalten Hondas als „engstirnig“ bezeichnet. Honda-Teamchef Puig kontert: „Wir hätten Dani liebend gern behalten.“

„Pedrosa wurde nach 14 Jahren Honda von heute auf morgen entlassen. So engstirnig muss man mal sein. Der ist ja ein Held“, hatte Pierer im Februar bei der eigenen Team-Präsentation in Mattighofen gemeint. Aus seiner Sicht sei der dreifache Weltmeister wegen der familiären Atmosphäre zu KTM gekommen. „Was die anderen mit Geld machen, läuft bei uns über die Familie. Wir stehen zu unseren Piloten in guten wie in schlechten Zeiten. Viele meiner Rennfahrer sind mittlerweile bei uns in Management-Jobs. Von der Krippe bis zur Bahre“, hatte der CEO des österreichischen Motorrad-Herstellers, der seit 2017 auch in der Zweirad-Königsklasse MotoGP mit eigenen Motorrädern werksmäßig engagiert ist, gesagt.

Honda als Pedrosa-Unterstützer
Pierer ist für seine Distanz zu Honda bekannt und hatte die Japaner einmal sogar als „meistgehassten“ Konkurrenten bezeichnet. Puig reagierte auf die Aussagen des Österreichers gegenüber Medien bei den abschließenden Vorbereitungs-Testfahrten in Doha, wo am kommenden Sonntag der erste von insgesamt 19 WM-Läufen des Jahres 2019 in Szene geht. „Wenn irgendwer Pedrosa in seiner Karriere unterstützt hat, dann war das Honda“, sagte der ehemalige Grand-Prix-Pilot und verwies darauf, dass man den nur 1,58 m großen Spanier 2003, 2004 und 2005 ein Motorrad zur Verfügung gestellt hatte, mit dem dieser drei Mal Weltmeister geworden war. 2006 habe man Pedrosa ins MotoGP-Werksteam aufgenommen.

„Hätten ihn liebend gern behalten“
Später habe man sogar das Design des Prototypen geändert, um es an die Körpergröße des Fahrers anzupassen, sagt Puig, der als Entdecker Pedrosas gilt. „Wir haben ihn in der MotoGP 13 Jahre lang bedingungslos unterstützt. Um ähnliches zu tun, müsse KTM seine aktuellen Piloten Pol Espargaro und Johann Zarco bis 2031 im Werksteam behalten, so Puig. “Wir hätten Dani liebend gerne als Testfahrer und Honda-Botschafter behalten, aber er entschied sich für einen anderen Weg.„

Pedrosa war bei Honda jahrelang vom jetzigen KTM-Teammanager Mike Leitner betreut worden und wird 2019 bei Repsol Honda von seinem von Yahama kommenden Landsmann Jorge Lorenzo ersetzt. Zusammen mit Serien-Weltmeister Marc Marquez verfügt das Honda-Werksteam damit in diesem Jahr mit den beiden Top-Piloten aus Spanien wohl über die brisanteste Fahrer-Paarung in der MotoGP.

KTM wiederum bietet 2019 erstmals gleich vier Motorräder in der MotoGP auf und erhofft sich vom 295-fachen GP-Starter und nunmehrigen Edeltester Pedrosa Fortschritte in der Entwicklung. Allerdings ist der kleine Spanier derzeit verletzt und wird wohl erst Anfang Mai wieder fit sein. Leitner hat kein Problem mit der Größe des Spaniers. “Er ist ein Traum-Testfahrer, hat viele Grand-Prix-Rennen gewonnen. Wenn wer so außer Norm ist wie er, muss man eben ein noch besseres Setting finden. Ich sehe es nur positiv, er kann uns auf jeder Seite helfen."

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