20.02.2019 06:00 |

Apart wohnen

Wohnung und Hotel in einem: Serviced Apartments

Günstiger als ein Hotel, praktischer als eine Mietwohnung: Für Wohnen auf Zeit bieten sogenannte Serviced Apartments eine perfekte Lösung. Serviced Apartments heißen jene boomenden, kleinen Wohneinheiten, mit denen der Markt die wachsende Nachfrage nach Kurzzeitmieten abdeckt.

Serviced Apartments sind so etwas wie der pragmatische Wohntraum jedes Geschäftsreisenden. Die kompakten Wohneinheiten sind wie gemacht für Leute, die für eine begrenzte Zeit in einer Stadt weilen. Für ein paar Wochen oder wenige Monate. Nicht lange genug, um hier seine Zelte komplett aufzuschlagen. Aber eben doch länger als nur ein touristischer Städtetrip übers Wochenende.

Ein herkömmliches Hotel wäre für derartige Zwecke zu teuer. Und eine Wohnung auf dem freien Markt kommt aus anderen Gründen nicht in Frage. Eine Mietwohnung ist meist unmöbliert und muss im Normalfall für mindestens ein Jahr gemietet werden. Zudem fallen Maklergebühren sowie weitere Kosten an, die man sich bei einem Serviced Apartment erspart. Lediglich eine Kaution wird von einigen Anbietern eingehoben.

Wohnung mit Zimmerservice
Die Sache selbst geht ganz unkompliziert über die Bühne: Man reist mit dem Trolley an, holt sich an der Rezeption (da und dort auch bei einem Automaten) den Schlüssel ab, und zieht ein.

Das Serviced Apartment bietet weit mehr als nur ein Bett zum Übernachten: Wohnraum (meist zwischen 25m² und 50m²), Mini-Küche, Bad, WC und in vielen Fällen auch Balkon oder Terrasse. Rundherum genießt man ein paar Extras, die man aus dem Hotel kennt: Zimmerreinigung, Fitnessraum im Haus, kostenloses W-LAN. Da und dort auch noch mehr.

Stetig wachsende Gästeschar
Es sind nicht nur klassische Business-Leute mit Krawatte und Aktenkoffer, die das wachsende Angebot gerne und immer öfter in Anspruch nehmen. Auch Monteure, Künstler mit befristetem Engagement, Profisportler während der Probezeit oder Wissenschaftler mit kurzzeitiger Lehrverpflichtung wohnen in den kleinen feinen Apartments mit dem gewissen Extra-Service.

Nicht zuletzt ist „Wohnen auf Zeit“ auch für Berufstätige aus den Bundesländern eine gern gewählte Option. Serviced Apartments zählen zweifelsohne zur gehobenen Klasse – aber längst nicht alle Häuser spielen in der Fünf-Sterne-Kategorie mit. Wer im Internet sucht, findet durchaus leistbare Angebote.

Im Netz gibt es längst spezielle Portale für Serviced Apartments, das Angebot findet sich da und dort auch unter dem Namen „Boarding House“ (wörtlich: Verpflegungshaus). Auf klassischen Buchungsplattformen wie booking.com ist Kurzzeitwohnen häufig unter der Kategorie „Ferienwohnung“ gelistet.

Teurer als Wohnung, billiger als Hotel
Die günstigsten Monatsmieten für ein Serviced Apartment bewegen sich um die 800 bis 900 Euro. Meist liegen die Preise aber doch deutlich höher: 1500 Euro im Monat und mehr. Strom und Heizung sind dabei allerdings meist inkludiert. Außerdem Teil des Geschäftsmodell: Je länger man bleibt, desto günstiger wird der Preis pro Nacht. Viele Häuser locken mit Rabatten bei längeren Aufenthalten.

Die Buchungsdauer des typischen Serviced-Apartment-Gastes beträgt zwischen vier Wochen und sechs Monaten. Aus rechtlichen Gründen vermieten viele Häuser ihre Apartments auch gar nicht länger als für ein halbes Jahr.

Interessante Marktnische
Heutzutage wird kaum noch ein größeres Bauprojekt realisiert, bei dem nicht einige zusätzliche Serviced Apartments mit im Plan sind (siehe Beispiele). Tatsächlich hat sich da in den vergangenen Jahren eine kleine bis mittelgroße Marktnische aufgetan.

Das gilt insbesondere für Wien. Aber auch in anderen größeren Städten in den Bundesländern geht das Geschäft mit den Serviced Apartments gut. Experten weisen zwar schon seit längerem darauf hin, dass die Nachfrage nach servicierten Apartments und vergleichbaren Wohnmodellen nicht unbegrenzt ist. Noch aber scheint der Markt hierzulande nicht gesättigt.

Business trifft Studentenheim

Studentenheime sind vielerorts auch nicht mehr das, was sie einmal waren. In Österreichs Städten, allen voran in Wien, sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Häuser aus dem Boden geschossen, die mehr an Apartmenthotels denn an klassische Studentenbuden erinnern. Zielgruppe sind neben finanziell etwas besser gestellten Studentinnen und Studenten auch junge Menschen, die bereits im Arbeitsleben stehen.

Der Immobilienentwickler Milestone war der erste, der ein solches Konzept 2013 auf dem Campus der neuen WU verwirklichte. Heute gibt es fünf Milestone-Standorte in ganz Österreich. In eine ähnliche Richtung stoßen die City Life Apartments in den renovierten Backsteingebäuden gleich neben dem Meidlinger Bahnhof. In Neu Marx eröffnet room4rent (ÖSW) dieser Tage ein neues Haus am Campus-Vienna-Biocenter mit 148 Serviced Apartments für Lehrende und Studierende.

The Fizz und Linked Living sind international verbreitete Marken aus Deutschland mit Standort Wien. Sowohl The Fizz in der Dresdnerstraße als auch Linked Living neben der Messe Wien betreiben hier relativ große Häuser mit jeweils mehreren Hundert Apartments. Zielgruppe auch in diesem Fall: Studierende und junge Werktätige.

Die günstigsten Apartments bewegen sich irgendwo zwischen 500 und 800 Euro im Monat, typische Extras inklusive: Fitness, W-LAN, Gemeinschaftsräume etc.

Günther Kralicek, wohnkrone.at

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