18.01.2019 11:41 |

In drei Sätzen

Scharapowa besiegt Wozniacki bei Australian Open

In ihrem vielleicht besten Match seit ihrer Dopingsperre hat Maria Scharapowa am Freitag die Titelverteidigerin bei den Australian Open eliminiert. Die 31-jährige Russin bezwang die als Nummer 3 gesetzte Dänin Caroline Wozniacki nach einem 2:24 Stunden-Kampf mit 6:4, 4:6, 6:3. Scharapowa trifft nun im Achtelfinale von Melbourne auf die Australierin Ashley Barty.

Weitergekommen ist auch die als Nummer 5 gesetzte US-Amerikanerin Sloane Stephens, die nach zwei Tiebreaks gegen Petra Martic (CRO-31) die Oberhand behielt. Überraschend hat sich auch ihre 17-jährige Landsfrau, Amanda Anisimova, gegen die als Geheimfavoritin gehandelte, als Nummer 11 gesetzte Weißrussin Aryna Sabalenka durchgesetzt. Anisimova hat russische Eltern, ist aber in New Jersey geboren. Sie ist die jüngste noch im Bewerb stehende Spielerin und erstmals in einem Grand-Slam-Achtelfinale.

Dennoch stand bei den Damen alles im Schatten des Schlagers Wozniacki-Scharapowa. Die blonde Dänin hatte vor einem Jahr im Melbourne Park ihr erstes Major-Turnier gewonnen, nun hat ihr die fünffache Grand-Slam-Siegerin die Show gestohlen. Mit u.a. 37 Winnern hat Scharapowa, die die Australian Open 2008 gewonnen hat, an alte Zeiten angeschlossen. „Das Level war ziemlich hoch. Sie ist Titelverteidigerin und es ist kein Geheimnis, dass sie diese Arena liebt. Für diese Matches trainiere ich und es ist eine echte Belohnung, dass ich den letzten Punkt gewonnen habe“, freute sich Scharapowa, die in gewohnter Manier zuvor auch wieder mit lautem Gestöhne bei jedem Schlag für Aufsehen gesorgt hatte.

Scharapowa, die 2016 wegen der Einnahme von Meldonium eine 15-monatige Dopingsperre erhalten hatte, schaffte die Entscheidung im dritten Satz nach einem Break zum 4:3 und einem weiteren zum 6:3. Die ehemalige Nummer eins kritisierte in der Folge die Organisatoren für eine späte Ansetzung vom Vortag: Garbine Muguruza hatte ihr Match gegen Johanna Konta erst um 0.30 Uhr Ortszeit beginnen können, das Match war erst um 3:12 Uhr in der Früh fertig. Zudem war eine Verlegung auf einen anderen Court nicht möglich, weil auf dem möglichen Ausweich-Platz (Court 3) wegen einer nötigen Reinigung von Seemöwen-Fäkalien die Zeitersparnis marginal gewesen wäre.

„Natürlich gibt es eine Geschäftskomponente, die wir verstehen müssen. Aber aus Turniersicht muss es auch Flexibilität geben. Niemand ist daran interessiert, zwei Top-Athleten nach Mitternacht auf dem Court zu sehen“, sagte Scharapowa dazu befragt. Roger Federer, der mit einem Dreisatz-Sieg über Taylor Fritz ins Achtelfinale „spazierte“, stellte sich auf die Seite der Veranstalter: „Ist es ideal? Nein. Aber manchmal, wenn man die Matches ansetzt, besonders ein Herrenmatch, geht es halt vier, fünf Stunden. Es ist wie es ist und man muss damit zurechtkommen.“

Federer war zuvor in nur 88 Minuten mit einem 6:2, 7:5, 6:2 über Fritz weitergekommen und steuert weiterhin auf seinen dritten Melbourne-Titel en suite bzw. den siebenten insgesamt zu. Nun trifft der 37-jährige Schweizer in einem echten Generationenduell auf den 20-jährigen Griechen Stefanos Tsitsipas. Der als Nummer 14 gesetzte Tsitsipas wird viele Unterstützer haben: Melbourne gilt als größte „griechische Stadt“ der Welt nach Athen und Thessaloniki. Rund 150.000 Menschen haben griechische Wurzeln.

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