Di, 11. Dezember 2018

Schilddrüse

19.09.2018 06:00

Hitze lässt Knoten schrumpfen

Etwa 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben einen Knoten oder eine knotig vergrößerte Schilddrüse. Für viele dieser Fälle gibt es nun hierzulande eine neue Behandlungstechnik, die den Betroffenen eine Entfernung des Organs ersparen kann.

Druckgefühl im Hals, Schluckprobleme, Heiserkeit oder der Zwang, sich zu räuspern - diese Probleme kennen viele Menschen. „Schilddrüsenknoten stören vor allem Patientinnen oft auch optisch, weil sie als Schwellungen am Hals sichtbar sind, die mitunter erhebliche Ausmaße annehmen können“, so Univ.-Prof. Dr. Alois Gessl, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Leiter der Spezialambulanz für Schilddrüsen- und Endokrine Erkrankungen, MedUni Wien. Bisher standen für eine Behandlung lediglich Medikamente oder eine Operation zur Verfügung.

Die medikamentöse Therapie ist allerdings wenig effektiv und muss speziell bei älteren Patienten sehr umsichtig und kontrolliert eingesetzt werden. Eine chirurgische Entfernung eines Teils oder der gesamte Schilddrüse, beseitigt zwar das Problem, ist aber mit gewissen Unannehmlichkeiten verbunden, etwa stationärer Aufenthalt, Vollnarkose, häufig lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen, die regelmäßig adaptiert werden müssen, sowie eine sichtbare Narbe. Daher scheuen viele Betroffene eine Operation. 

Seit einigen Jahren gibt es jedoch für viele Fälle zur Beseitigung von gutartigen Schilddrüsenknoten eine schonende Alternative. Die Radiofrequenzablation (RFA). „Dabei wird nach örtlicher Betäubung der Haut eine kleine Sonde in den Knoten eingeführt,  dieser Punkt für Punkt mittels Hochfrequenzwellen erhitzt und somit zerstört. Das umliegende Schilddrüsengewebe bleibt maximal erhalten“, erklärt Univ.- Prof. Dr. Harald Dobnig, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Stoffwechsel, Nuklearmedizin. In den Wochen nach dem Eingriff baut der Körper das zerstörte Eiweiß selbstständig ab und lässt den Knoten deutlich schrumpfen.

„Die Voraussetzung für die Durchführung einer RFA ist eine aussagekräftige Feinnadelpunktion sowie eine sorgfältige Ultraschalluntersuchung, welche die Gutartigkeit des Knotens bestätigen“, so Dobnig.  Mittlerweile hat er hierzulande weit über 400 Patienten mit dieser Methode behandelt. Eine Langzeitstudie zeigt deren hohe Wirksamkeit sowie das geringe Risiko.  Die Kosten einer RFA betragen ca. 2.300,- Euro. Bezüglich der Kostenübernahme durch Krankenkassen und Zusatzversicherungen gibt es zurzeit noch keine österreichweite Lösung.

 Auch Theater-, Film- und Fernsehstar Aglaia Szyszkowitz hat sich für einen derartigen Eingriff entschieden und ist mit dem Ergebnis rundum zufrieden: „Der Knoten ist nur noch wenig zu sehen, bereits bedeutend kleiner und wird, so Prof. Dobnig in acht Monaten um rund drei Viertel geschrumpft sein. Es ist mir einfach wichtig, dass möglichst viele Menschen von dieser Methode erfahren und wissen, dass es in vielen Fällen eine schonende Alternative gibt zur großen Operation, störenden Narbe, hormoneller Verwirrung und unter Umständen lebenslanger Medikamenteneinnahme. Ich bin wirklich froh, dass ich mir das alles erspart habe.“

Regina Modl, Kronen Zeitung

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