Mi, 12. Dezember 2018

Heiserkeit

17.09.2018 09:32

Wenn die Stimme versagt

Fühlt sich die Lautäußerung rau und kratzig an, weniger kraftvoll als gewöhnlich oder kommt überhaupt kein Laut mehr über die Lippen? Heiserkeit kann viele Ursachen haben.

Die Stimme ist mehr als erzeugter Schall. Sie ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel, verleiht uns Gehör, transportiert Emotionen und verrät viel über unsere Persönlichkeit. Ob bei Vorträgen, im Kundengespräch oder beim ersten Date - dieses hochkomplexe Instrument ist unser Kapital, auf das wir achten sollen.

Heiserkeit als Symptom
Ist die Leistungsfähigkeit der Stimme eingeschränkt und verändert sich ihr Klang, spricht man von einer Stimmstörung (Dysphonie). Studien aus Europa zeigen, dass bis zu 70 Prozent aller Personen in einem Sprechberuf davon betroffen sind.

Das Leitsymptom einer Dysphonie ist immer Heiserkeit. Diese kann durch verschiedene - in den meisten Fällen harmlose - Erkrankungen, etwa grippale Infekte oder Überbelastung der Stimmlippen, aber auch infolge schwerwiegender Probleme wie Nervenlähmungen, funktionelle Veränderungen des Kehlkopfes oder Tumoren, hervorgerufen werden. Dauert die Beeinträchtigung des Stimmapparates länger als zwei Wochen an, treten zusätzlich starke Schmerzen oder Atemnot auf, dann sollten Sie unbedingt einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Harmlose Infekte Die Behandlung von akuter Heiserkeit, die sich oft am Beginn einer Erkältung (kann im Prinzip das ganze Jahr über auftreten) ankündigt, besteht im Wesentlichen in absoluter Schonung der Stimme für mindestens drei Tage sowie dem Vermeiden von Räuspern, Hüsteln oder Husten.

Viel Trinken (Wasser oder ungezuckerte Kräutertees wie Salbei) reduziert die Erregerzahl im Rachen und befeuchtet die Schleimhäute. Lutschen von Kräuterbonbons, Gurgellösungen sowie Inhalieren zum Beispiel mit ätherischen Ölen haben ebenfalls eine wohltuende, beruhigende Wirkung. Liegt eine bakterielle Infektion vor, wird diese mittels Antibiotika bekämpft. Unbehandelt können die Beschwerden chronisch werden und sich durch permanente Entzündung in verschiedenen Bereichen des Stimmapparats Zysten, Polypen, Ödeme oder bösartigen Veränderungen der Schleimhaut entwickeln.

Starke Belastung
Vor allem Menschen in Sprechberufen oder Sänger sollten darauf achten, Überlastungen zu vermeiden. Durch ständige starke Beanspruchung können sich Verdickungen oder Knötchen an den Stimmlippen bilden. Maßnahmen wie Stimmtraining oder Atemschulung helfen, den jahrelangen Strapazen besser standzuhalten. Viele gestresste oder unsichere Menschen spannen die Muskulatur des Kehlkopfes unbewusst zu stark an beziehungsweise atmen beim Sprechen „gequetscht“ aus und belasten so die Stimmbänder. Schreien, aber auch Flüstern oder Räuspern führen ebenso rasch zur Überforderung.

Auch Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum oder chemische Reizstoffe bedeuten Stress für unser Sprechorgan und die Schleimhäute. Wer sehr häufig zum Glimmstängel greift, setzt sich einem erhöhten Risiko für Kehlkopfkrebs aus. Heiserkeit ist das erste Symptom, Schmerzen sowie Schluckbeschwerden folgen später.

Saurer Angriff
Halskratzen, Husten, Räusperzwang sowie der teilweise Verlust der Stimme treten oft auch durch einen krankhaften Rückfluss von Mageninhalt über die Speiseröhre bis in den Rachenraum auf. Der Kontakt mit dem sauren Magensaft kann einerseits zu direkter Schädigung von Kehlkopf und Stimmbändern führen, andererseits auch die Reizung von Nervenendigungen in den Luftwegen und Entzündungsreaktionen als Folge begünstigen. Bei Vorliegen eines Reflux-Syndroms (Sodbrennen) hilft neben einer Veränderung des Lebensstils (Ernährung, Essgewohnheiten) auch die Verabreichung von Medikamenten, die Produktion der Magensäure zu drosseln. Klangvoll bis ins Alter Mit dem Älterwerden verlieren auch die Muskelfasern im Kehlkopf an Elastizität, und die Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen nimmt ab. Sprechen und Singen mit der richtigen Technik, aber auch gezielte Entspannungsübungen sowie ein achtsamer Einsatz unseres Sprachinstrumentes halten sie gesund und können dem alterungsbedingten Verlust der Spannkraft des Kehlkopfapparates entgegenwirken.

Mag. Regina Modl, Kronen Zeitung

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