Di, 25. September 2018

Bei den US Open

01.09.2018 08:52

Heftig! Hier „zerhackt“ Thiem seinen Schläger

Ist das die große Wende gewesen? Beim Stand von 3:6, 0:2 in Runde drei der US Open gegen Lokalmatador Taylor Fritz leistete sich Österreichs Tennis-Held Dominic Thiem einen seiner seltenen Wutausbrüche. Er machte aus seinem Tennis-Racket Kleinholz - Endstand der Partie: 3:6, 6:3, 7:6 (5), 6:4. Nur im Finish musste unser Top-10-Star, der im Achtelfinale auf Favorit Anderson trifft, noch einmal mächtig zittern...

Dominic Thiem ist nach dem kuriosen Finish, in dem er sich doch noch in vier Sätzen gegen Taylor Fritz durchgesetzt hatte, sehr erleichtert gewesen. Aber auch Erinnerungen an jene schmerzvolle Fünf-Satz-Niederlage im Vorjahres-Achtelfinale ebenfalls auf dem Grandstand gegen Juan Martin Del Potro sind aufgetaucht.

„Juan ist in mir aufgetaucht, als ich bei 5:3, 30:0 ausgelassen habe“, gestand Thiem im Interview-Raum 1 der US Open. Davor hatte es eine 18-minütige Regenunterbrechung gegeben, und es war auch aus Thiems Sicht an der Grenze, ob man nun noch einmal aufwärmt oder gleich weiterspielt.

Arm war steif
„Dann serviere ich zwei Asse“, sagte er lachend. „Aber der Arm war ein bisserl steif, weil ich doch 17 Minuten nichts gemacht habe. Die zweiten Aufschläge waren eine Katastrophe, ich habe drei von sechs Doppelfehlern in dem einen Game gemacht. Das Gefühl war jetzt nicht so super, das Match noch einmal offen zu gestalten“, gestand Thiem.

Denn Fritz hatte plötzlich die Möglichkeit mit eigenem Aufschlag aus einem 2:5 ein 5:5 im vierten Satz zu machen. „Zum Glück habe ich dann ein gutes Game zum 6:4 gespielt.“

Fairer Sportsmann
Sein sehr sportliches Verhalten, als er bei 2:4 im dritten Satz und eigenem Re-Breakball den Gegner darüber informierte, dieser solle von der „Challenge-Regel“ Gebrauch machen, würde er jederzeit wieder machen. Dabei hätte Fritz dann beinahe das 5:2 geschafft. „Ich habe es im Endeffekt dann eh trotzdem gemacht, aber der Ball war einfach eindeutig gut. Wenn er so eindeutig gut ist, dann sage ich es ihm auch. So bin ich halt.“

HIER SEHEN SIE, WIE GENIAL THIEM MIT DEM BALL UMGEHT:

Geschenke kann er selbst keine erwarten, auch nicht gegen den nächsten Gegner, der erst einige Zeit später feststand. Es ist bereits zum achten Mal der Südafrikaner Kevin Anderson, der Kanadas Jungstar Denis Shapovalov nach 3:43 Stunden mit 4:6,6:3,6:4,4:6,6:4 niederrang. Der 32-jährige Anderson, der im Vorjahr bei den US Open und in Wimbledon im Endspiel gestanden war, musste bereits zum zweiten Mal im Turnierverlauf über fünf Sets gehen.

Nun Außenseiter
Thiem hat eine 1:6-Bilanz gegen Anderson und ist erstmals nicht Favorit. „Der ist einer der besten Spieler zur Zeit auf der Tour mit einem Riesenaufschlag und von den ganzen Spielern, die so gut servieren, für mich mit Abstand der beste Grundlinienspieler“, sagte Thiem.

Thiem-Coach Günter Bresnik war mit der Leistung seines Schützlings erneut zufrieden. „Fritz hat die ersten zwei Sätze, auch von hinten richtig gut gespielt, servieren tut er sowieso wie ein Ochse. Dominic hat ihn da halt zu wenig unter Druck gesetzt, dann kann so was passieren.“ Dass Thiem nun wieder im Achtelfinale in Flushing Meadows steht, findet Bresnik „ausgezeichnet“, zumal der Saisonverlauf seit den French Open in Paris ja gar nicht nach Wunsch verlaufen war.

krone Sport
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