Mannschaft gespalten

DFB-Team: „Kanaken“ im Clinch mit den „Kartoffeln“

Am Mittwoch gibt Deutschlands Teamchef Joachim Löw seinen Kader für die September-Matches gegen Frankreich (Nations League) und Peru bekannt - nach dem blamablen WM-Aus in Russland herrscht weiterhin Unruhe: Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet nun von einer Spaltung innerhalb des Teams.

Laut den Informationen des „Spiegel“ war das Klima im Team bereits vor der WM ein sehr angespanntes, das Magazin berichtet von einer Grüppchenbildung. Auf der einen Seite die „Kanaken“, wie sie sich selbst bezeichneten: Dazu sollen Jérôme Boateng, Leroy Sané, Mesut Özil, Ilkay Gündogan und - obwohl ohne Migrationshintergrund - Julian Draxler zählen.

Ihnen gegenüber standen die als „Kartoffeln“ verspotteten Deutschen rund um Thomas Müller und Mats Hummels, der von den Kanaken als „Klassensprecher“ verspottet wird. Wobei weniger die Herkunft als vielmehr der unterschiedliche Lebensstil der beiden Gruppen zu dieser Spaltung geführt haben soll. Ein DFB-Insider wird mit den Worten zitiert: „Das Nationalteam hat sich unter Löw verselbstständigt.“

Löw habe es sich nach dem WM-Gewinn zu gemütlich gemacht und es verpasst, den Konkurrenzkampf durch junge Spieler zu befeuern. Auch der Aufreger um die Fotos von Gündogan und Özil mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan sorgte intern für Stunk: Während DFB-Präsident Reinhard Grindel auf eine Entschuldigung der beiden beharrte, machte Löw von Anfang an klar, dass er bei der WM auf keinen Fall auf Özil verzichten werde.

Löw unter Beobachtung
Laut „Spiegel“ sei nach der WM intern auch intensiv über die Zukunft Löws und mögliche Nachfolger diskutiert worden - dabei soll auch der Name von Ex-Real-Coach Zinédine Zidane gefallen sein. In jedem Fall steht Löw unter Beobachtung - sollte das Nationalteam weiter lustlos agieren, wird es für ihn eng.

Kronen Zeitung

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Mittwoch, 03. Juni 2020
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