14.08.2018 06:00 |

Skandal bei Sturm

Becherwerfer (34) von Graz: „Das wollte ich nicht“

„Das alles wollte ich nicht, es tut mir leid“, sagt der 34-jährige Michael O., der südlich von Graz wohnt. Er hatte am 9. August in der Grazer Merkur-Arena beim Match Sturm - Larnaka einen Bierbecher aufs Fußballfeld geworfen und den Linienrichter am Kopf verletzt (mehr dazu siehe hier). Nun fürchtet er sich vor zivilrechtlichen Konsequenzen.

Vater Günter (59) saß daheim vor dem Fernseher, als in der 78. Spielminute der Becher aufs Spielfeld flog: „Wer geworfen hat, war deutlich zu sehen - mein Sohn! Ich bin mir vorgekommen wie in einem Albtraum.“ Der Albtraum war leider Realität, wie Sohn Michael bestätigt: „Ich hab zuvor vier Bier und zwei weiße Mischungen getrunken. Der Eintritt war teuer, der Kick denkbar schlecht. Das hat mich geärgert.“

Laut Angaben des Steirers hätten andere Fans auch Becher aufs Spielfeld geworfen: „Bei mir war’s Pech, dass der Linienrichter erwischt worden ist. Das tut mir unendlich leid, das hab ich nicht gewollt. Es war ein blöder Zufallstreffer.“

„Er hat meine Entschuldigung nicht annehmen wollen“
Der gelernte Elektriker wäre am liebsten im Erdboden versunken, als ihn plötzlich viele Fans beschimpften und mit den Fingern auf ihn zeigten. Unbehelligt verließ er die Merkur-Arena und wurde nahe dem Stadionturm von einer Streife gestellt - nicht zuletzt wegen seines auffallend rosaroten T-Shirts: „Mein Sturm-Shirt war verschwitzt, also hab ich das rosarote angezogen. Auf der Polizeistation bin ich dann befragt worden. Neben mir ist auch der verletzte Linienrichter gestanden. Ich hab mich bei ihm entschuldigt, aber er hat meine Entschuldigung nicht annehmen wollen.“

Auch auf Facebook bezog der 34-Jährige im Gespräch mit YouTuber Marco Wagner Stellung zu dem Becherwurf:

Michael O. hofft, dass der europäische Fußballverband es bei einer Abmahnung für Sturm und einer kleinen Geldstrafe belässt: „Ich weiß, dass ich mich vermutlich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten muss. Am meisten Sorge habe ich aber vor zivilrechtlichen Folgen. Sie könnten mein Leben ruinieren.“

Manfred Niederl
Manfred Niederl
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