Di, 25. September 2018

In Kleinarl

09.07.2018 15:02

Natur-Attraktion, die aus Unglück entstand

Elf Monate ist es her, als nach schweren Unwettern eine Mure in Kleinarl abging. Geröll und Gesteine verschütteten damals eine Straße und ein Flussbett, das Wasser suchte sich einen neuen Weg. So entstanden zwei neue Gebirgsseen. Sie werden nach wie vor von Wanderern bewundert. Nur einer ist etwas geschrumpft.

Die türkisblauen Gewässer finden sich im Kleinarltal auf 1200 Meter Seehöhe, im Gebiet zwischen dem Jägersee und dem Tappenkarsee - einem malerischen Landschaftsschutzgebiet.

Einer der beiden Seen ist nun etwas kleiner geworden, berichtet Bürgermeister Max Aichhorn: „Beim oberen See hat der Verwalter Wasser ableiten lassen, zum Schutz von Bäumen.“ Dazu ließ dieser einen neuen Abfluss graben. Der untere See dagegen ist gleich geblieben: So schön, wie nach seiner zufälligen Entstehung im August 2017. Dass die Seen zu einem derartigen Besucher-Magneten wurden, dachte anfangs noch keiner: „Wir haben das gar nicht als Attraktion gesehen“, so Aichhorn im Gespräch mit der „Krone“. Die Mure, die im August abging, eine Straße und ein Bachbett verlegte, war „eher ein Desaster“.

Denn sie hatte Schaden angerichtet, die Gemeinde musste Sanierungsmaßnahmen durchführen. Als dann Wanderer die neuen Gewässer entdeckten, begannen sogar im Ausland Medien über das Naturschauspiel zu berichten. Die Folge: ein Besucheransturm, der rasch ausartete. Menschen fingen an, dort zu campen und zu grillen.
Selbst Wassersport wurde angeboten: Die türkisblauen Gebirgsseen im Landschaftsschutzgebiet rund um den Jägersee mutierten zu einer Event-Location. Das führte dazu, dass die Grundeigentümer Zäune und Schilder aufstellten - aus Haftungsgründen sowie zum Schutz der Umwelt. „Die Leute hielten sich nicht an die Spielregeln“, weiß Aichhorn, der deshalb auch hofft, dass sich der Besucherstrom auch in Zukunft in Grenzen hält.
Besucher ließen nämlich ihren Müll liegen, Lagerfeuer wurden unerlaubterweise gemacht. Deshalb stehen jetzt neugierige Wanderer vor „Kein Zutritt“-Tafeln. Dabei dürfe natürlich jeder die Seen besuchen und anschauen, das sei kein Problem, betont der Ortschef. „Man soll sich nur an die Regeln in der Natur halten.“
Übrigens: Einen Namen haben die beiden Seen nicht: „Dazu haben wir uns keine Gedanken gemacht.“

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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