Fr, 20. Juli 2018

Boote und Stadtbalkon

26.06.2018 21:13

Die Mur im Wandel mit Schifffahrt und Buchten

Schon in naher Zukunft wird die Mur ganz anders aussehen als heute. Am Dienstag haben Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) und sein „Vize“ Mario Eustacchio (FP) die Pläne im Detail vorgestellt. Bereits 2019 sollen Teile davon fertiggestellt sein, Baubeginn ist noch in diesem Sommer. Die Kosten: 6,5 Millionen Euro.

Durch die Errichtung der Staustufe im Süden von Graz wird der Wasserspiegel der Mur ansteigen und auch die Fließgeschwindigkeit geringer. „Dadurch ergeben sich neue Nutzungsmöglichkeiten“, so Nagl (s. Grafik). Die Murschifffahrt soll wiederbelebt werden. Sie hatte 1889 ein jähes Ende gefunden, nachdem ein Boot an einem Pfeiler der Radetzkybrücke zerschellte und sieben Menschen ums Leben kamen. Früher waren es Dampfschiffe, heute sollen Elektroboote über den Fluss schippern - zwei mit Platz für jeweils 70 Passagiere.

Fünf Anlegestellen sind geplant: beim Kunsthaus, beim Marburger Kai, beim Augarten, beim Grünanger und beim Kraftwerkspark. Auf den früheren Grabeländern in der Angergasse sollen ein Hafen und eine Werft errichtet werden. Wer als Betreiber fungiert, ob die Holding Graz oder ein Privater, ist noch offen - eine Gruppe rund um Wolfgang Diesel, der mit seinen Brüdern auch die Rutsche im Schloßberg baut, hat bereits vor einiger Zeit Interesse angemeldet.

Im Augarten ist eine Bucht mit einer vorgelagerten Insel geplant. Ein Teil des Parks soll dafür abgesenkt werden. „Ich habe die Vision, dass dort die Leute ihre Mittagspause verbringen, Kinder am Wasser spielen und Foodtrucks stehen“, sagt Nagl. Und es wird noch vier weitere Strände geben: beim Kraftwerkspark, beim Grünanger, bei den ehemaligen Grabeländern und beim Aupark Puntigam. Für den Speicherkanal müssen acht Wartungs- und Entlüftungsbauten errichtet werden - einer davon unweit der Radetzkybrücke. Das Bauwerk soll zu einer Aussichtsplattform, „Stadtbalkon“ genannt, ausgebaut werden. Auch Gastro-Stände sind dort geplant.

Beim Mühlgang plant die Ecker-Eckhofen-Gruppe ein Kleinkraftwerk. „Dort würde sich eine Kajakwalze anbieten“, sagt Eustacchio. Das Gebäude des Kajakclubs am Marburger Kai soll abgerissen und neu gebaut werden. Im Zuge dessen soll am Ufer auch eine Stufenanlage realisiert werden. Die Wellen für Surfer bei der Radetzky- und der Hauptbrücke gehen durch das Ansteigen des Wasserspiegels quasi unter. Es wird jedoch Ersatz geben, ein Stück flussaufwärts, bei der Murinsel. Aus dem gleichen Grund muss auch die Murpromenade umgebaut werden. „Sie wird um zwei Meter angehoben“, erklärt Robert Wiener, der Leiter der Magistratsabteilung Grünraum und Gewässer. Und es wird ein neuer - breiterer und überdachter - Puchsteg errichtet.

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter

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