Ein heilvoller Gedanke

Die Verstorbenen sind jetzt Schutzengel für andere

Leben
13.06.2018 09:02

Bode Miller und seine Frau Morgan haben am Sonntag ihr geliebtes Mädchen verloren. Pool-Party bei den Nachbarn, ein Moment der Unachtsamkeit. Emeline fällt ins Wasser, alle Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos. Emeline wurde gerade einmal 19 Monate alt.

Zur gleichen Zeit am Faaker See: Prachtvoller Badetag, plötzlich verschwindet ein sechsjähriger Bub. Die Familie hat nichts bemerkt. Verzweifelte Suchaktion. Nach eineinhalb Stunden finden die Rettungskräfte das Kind in acht Meter Tiefe, nicht weit vom Ufer entfernt. Der Bub ist ertrunken.

So sehr hätte man diesen Kindern einen Schutzengel gewünscht. Oder wenigstens einen glücklichen Zufall. Eben haben sie noch gelebt und gelacht, und dann …

Das Leid der Eltern muss unermesslich sein und duldet sicher keinen fremden Trost. Zum tonnenschweren Schmerz kommen unbarmherzige Schuldgefühle. Wie konnte uns das passieren? Warum leben wir noch und nicht das Kind? Bleiern schwer sind diese Schuldgefühle, und sie ziehen die Hinterbliebenen in den Abgrund.

(Bild: GEPA, krone.at-Grafik)

Es gibt einen heilvollen Gedanken, den man auch auf die Reise schicken kann: Dass die verstorbenen Kinder jetzt Engel sind, vielleicht sogar Schutzengel für andere Kinder.

In unserem Dorf hat man dazu, in der Stille der Kirche oder zu Hause unter dem Herrgottswinkel, eine Kerze angezündet. Weil immer ein kleines Licht leuchten soll, wenn irgendwo - in Kärnten oder Kalifornien - die Trauer am größten ist.

Conny Bischofberger, Kronen Zeitung

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(Bild: kmm)



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