27.05.2018 06:00 |

Stammzellen fürs Knie

„Ich kann jetzt wieder tanzen!“

Abnützung des Kniegelenkes: Der Wiener Arzt DDr. Karl Georg Heinrich behandelte eine 79-jährige Patientin erfolgreich mit  Fettstammzellen.   

Die Wienerin Getraude Vogel war immer sehr agil, sei es beim Tanzen oder auf Reisen in aller Welt. Schlimme Knieschmerzen schränkten die vitale 79-Jährige zuletzt stark ein und zwangen sie, ihre Hobbys aufzugeben. Nach einer erfolgreichen Behandlung der Kniearthrose mit ihren eigenen Fettstammzellen ist sie jetzt wieder gut zu Fuß. Die Schmerzen im Knie wurden über die Jahre laufend schlimmer. „Ich war immer viel unterwegs, machte Stadtbummel, tanzte leidenschaftlich gerne - darauf verzichten zu müssen war für mich sehr belastend“, blickt Gertraude Vogel zurück. Schließlich konnte sich Frau Vogel wegen der schmerzhaften Knieabnützung kaum noch um den Haushalt kümmern, das tägliche Leben wurde zur Herausforderung.

Die aktive Seniorin wollte sich damit nicht abfinden. Künstliches Gelenk und Operation in Vollnarkose kamen für sie nicht infrage. Dann erfuhr sie von einer schonenden Alternative: Im Körperfett enthaltene Stammzellen können zur Regeneration geschädigter Gelenke beitragen, wie wissenschaftliche Studien weltweit belegen. Jeder Mensch besitzt mit dem Fettgewebe einen großen Vorrat eigener Stammzellen, die zur Behandlung von Gelenken wie Hüften, Knien und Fingern genutzt werden können. Infolge der Behandlung können sich geschädigte Gelenkstrukturen, etwa abgenutzter Knorpel, bis zu einem gewissen Grad regenerieren.

Klinische Studien belegen Wirksamkeit. „Die Transplantation körpereigener Stammzellen unterstützt offenbar die Selbstheilungskräfte des Körpers bei Gelenkproblemen“, erklärt der Wiener Arzt DDr. Karl-Georg Heinrich. In seiner Ordination stehen Körperfett und dessen Bestandteile im Mittelpunkt. „Mit dieser Behandlung kann man in vielen Fällen Schmerzen lindern, Beweglichkeit wiedergeben und natürliche Gelenke funktionsfähig erhalten“, so der Mediziner. Mittlerweile bestätigen klinische Studien an Patienten aus aller Welt die Wirksamkeit der Methode.

Die Stammzell-Gelenkbehandlung von Frau Vogel erfolgte als kleiner chirurgischer Eingriff in örtlicher Betäubung. Zuerst wurde der Patientin etwas Körperfett mittels einer dünnen Kanüle entnommen. Während des Eingriffs wurden daraus Stammzellen abgetrennt und unmittelbar darauf im Bereich des betroffenen Gelenks injiziert. Frau Vogel wurde nach Hause entlassen, am nächsten Tag kam sie zur Kontrolle. Nach der Behandlung gingen die Knieschmerzen nach und nach zurück. Rund zwei Wochen später war Frau Vogel schmerzfrei und voll beweglich. Auch die Ruheschmerzen im Knie waren weg. „Ich kann jetzt problemlos stehen und kochen“, berichtet die zufriedene Patientin glücklich.

In der Ballsaison kam dann die „Generalprobe“ für Frau Vogel: Nach der langen schmerzbedingten Auszeit besuchte sie eine Tanzveranstaltung. Zu ihrer großen Freude konnte sie fast wie in jungen Jahren das Tanzbein schwingen und den Abend am Parkett unbeschwert genießen. Frau Vogel überglücklich: „Sogar beim schnellen Boogie-Woogie konnte ich mit meinen Beinen problemlos mithalten.“ Ihr Arzt DDr. Heinrich freut sich über die rasche Genesung seiner Patientin: „Eine rechtzeitige Behandlung schadhafter Gelenke mit Stammzellen könnte vielen jüngeren und älteren Menschen zu mehr Lebensqualität verhelfen.“ Auch Frau Vogel verdankt der wiedergewonnenen Beweglichkeit neue Lebenskraft: Als nächstes möchte sie sich zum Beispiel ihren Traum erfüllen und nach Marokko reisen

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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