Di, 17. Juli 2018

Trotz Ermahnung

07.05.2018 12:28

Cambridge Analytica löschte Daten monatelang nicht

Die inzwischen insolvente Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica hat Informationen über die im Skandal um Facebook betroffenen Nutzer offenbar trotz mehrfacher Aufforderung monatelang nicht gelöscht. Erst im April 2017 - also 16 Monate nach der ersten Ermahnung durch Facebook und damit weit über den US-Wahlkampf hinaus - bestätigte das umstrittene Unternehmen, dass es keine „abgeleiteten Daten“ von Facebook mehr aufbewahrt.

Das berichtete der britische „Guardian“ am Montag unter Berufung auf interne Mails von Cambridge Analytica. Demnach hatte Facebook das Unternehmen seit 2015 immer wieder zur Löschung der Informationen aufgerufen. Tatsächlich sollen daraufhin Rohdaten entfernt worden sein, nicht aber die daraus abgeleiteten - und fürs Microtargeting wichtigen - Analysen und Vorhersagemodelle. Namentlich nicht genannten Mitarbeitern zufolge sollen die Informationen versteckt auf den Servern der Firma gespeichert worden sein. Man habe sie nur abrufen können, „wenn du wusstest, wo sie waren“, hieß es.

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als vier Jahren Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Dabei ging es nicht nur um die Daten der rund 300.000 Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Laut Facebook-Schätzungen könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein - in Österreich potenziell 30.000.

Am vergangenen Mittwoch erklärten Cambridge Analytica und die britische Dachgesellschaft SCL Group, sie hätten Insolvenz beantragt und stellen den Betrieb ein. Die Medienberichte über die Firma hätten praktisch alle Kunden vertrieben, hieß es zur Begründung. Die finanzielle Lage sei „prekär“. Zugleich sind führende Mitarbeiter und Geldgeber bereits bei einer neuen Datenanalysefirma an Bord.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.