Fr, 22. Juni 2018

Rekorde in Sicht

27.02.2018 06:00

Kälte treibt den Energieverbrauch nach oben

Die heimischen Energieunternehmen sind für die kalten Temperaturen gerüstet, die Gasspeicher sind vorerst ausreichend gefüllt. In Wien und Niederösterreich laufen die thermischen Kraftwerke auf Hochtouren. In der Steiermark ist ein Fernwärmerekord in Sicht.

Bei der Wien Energie laufen die Gaskraftwerke und thermischen Anlagen an allen zehn Standorten auf Hochtouren. Die Wärmeversorgung in Wien sei damit bei den derzeit arktischen Temperaturen gesichert und für noch viel höhere Minusgrade gerüstet, heißt es. An Tagen wie diesen sehe man deutlich, wie wichtig die Gaskraftwerke für die Strom- und Gasversorgung in Wien seien. Neben den Gaskraftwerken seien auch die Müllverbrennungsanlagen, das Biomassekraftwerk sowie die Heißwasserkessel und der Hochdruck-Wärmespeicher in Simmering in Betrieb.

Wärmebedarf derzeit erheblich
In der Frühspitze sei die 2000-er Marke mit 2222 Megawatt (MW) bereits deutlich durchbrochen worden. Auch in den nächsten Tagen werde mit mehr als 2200 MW in der Frühspitze gerechnet. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Wintertag beträgt die Wärmeleistungsspitze 1600 MW. Der Rekordwert wurde in Wien am 3. Februar 2012 mit 2400 MW bei minus 15 Grad erreicht.

Spitzenwerte noch nicht erreicht
Die Wiener Netze sehen einen erhöhten Gas- und Stromverbrauch, reden aber noch nicht von absoluten Spitzenwerten. Ob diese erreicht bzw. übertroffen werden, werde sich in den nächsten Tagen zeigen.

Weniger Strom aus erneuerbaren Quellen
Die EVN habe ausreichend Erdgas für die Kunden und die thermischen Kraftwerke eingespeichert, so Pressesprecher Stefan Zach zur APA. Bei der EVN seien alle drei thermischen Kraftwerke im Einsatz, es werde derzeit deutlich weniger Strom aus erneuerbaren Quellen produziert. Wasser stehe aus jahreszeitlichen Gründen nur verringert zur Verfügung, und auch aus Wind und Sonne werde derzeit weniger erzeugt. Die Stromproduktion in thermischen Kraftwerken leiste in solchen kalten Wochen wichtige Dienste, etwa wenn Erneuerbare nicht ausreichend zur Verfügung stünde. Die EVN verfüge außerdem über riesige Mengen an Waldhackgut und Hackschnitzeln. Die insgesamt mehr als 70 Biomasse-Heizwerke liefen auf vollen Touren.

In Steiermark dürfte Rekord fallen
Bei der Energie Steiermark ist der Fernwärme-Verbrauch derzeit ebenfalls hoch. Der Spitzenwert vom 11. Jänner 2017 mit 518.000 kW Wärme sei aber noch nicht erreicht. Wenn die Kälte weiter anhält, erwarte man, dass dieser Rekord in dieser Woche fallen dürfte, sagte Energie-Steiermark-Pressesprecher Urs Harnik. Der Gasverbrauch sei ebenfalls stark gestiegen, die Speicher seien prall gefüllt.

Bei der Energie AG Oberösterreich rechnet man für Februar mit einem gegenüber dem Vorjahresmonat um rund zehn Prozent höheren Gasverbrauch, allerdings sei es im heuer wesentlich wärmeren Jänner zu einem Rückgang um 17 Prozent gekommen, so ein Sprecher. Insgesamt sei der heurige Winter milder gewesen.

Wegen höherer Heizkosten in der laufenden Heizsaison müsse sich niemand sorgen, insgesamt sei der Winter deutlich wärmer als der vorjährige außergewöhnlich kalte Winter, betonte Zach. Eine Woche mit sehr kalten Temperaturen sei auf der Gesamtrechnung einer sechs bis sieben Monate dauernden Heizperiode nur wenig spürbar. Die Wien Energie geht derzeit davon aus, dass es bei den Heizkosten eine Spur günstiger wird.

Keine Gasabschaltungen für säumige Kunden
Große österreichische Energieversorger wie die EVN, die Energie Steiermark oder die Wiener Netze haben wegen der aktuellen Kältewelle Gasabschaltungen gestoppt. Kunden mit Zahlungsrückständen müssen also, solange die eisigen Temperaturen anhalten, nicht befürchten, dass ihnen der Gashahn abgedreht wird. Abschaltungen sind streng geregelt. Dennoch wird jährlich einigen tausend Kunden wegen Zahlungsverzugs der Gashahn abgedreht. Ein Gutteil der Abschaltungen entfällt auf Wien, wo rund 600.000 Haushalte mit Gas heizen. Das ist rund die Hälfte aller Gaskunden österreichweit.

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