Unmittelbar nach der Heimpleite am Mittwochabend hatte man gemutmaßt, dass die Zeit von Leonardo als Milan-Trainer schon nach wenigen Monaten zu Ende ist. Völlig hilflos wirkte der Champions-League-Sieger von 2007 gegen den Underdog aus der Schweiz. Doch Galliani glaubt, dass der Brasilianer das Ruder noch herumreißen kann: "Wir sind ein Verein der Sieger. Bis zum Ende der Saison werden wir nichts unternehmen."
Der Vize-Präsident fordert jedoch vom Team, dass am Ende mindestens Platz drei in der Meisterschaft herausschaut. "Die Teilnahme an der Champions League ist Pflicht", so Galliani. Er habe auch mit Vereins-Präsident Silvio Berlusconi gesprochen, der immer noch Vertrauen in Leonardo und die Mannschaft hat.
Milans Offensiv-Motor stottert
In acht Spielen in Liga und Champions League haben die "Rossoneri" erst fünf Tore erzielt. Vor eigenem Publikum reichte es gar erst für einen Treffer. Die wenigen Zuschauer im spärlich gefüllten San Siro quittierten die Leistung gegen "die Bande, die gegen Real Madrid fünf Tore kassierte" ("Gazzetta dello Sport") wenig überraschend mit einem Pfeifkonzert.
Die Tifosi machen weniger den Coach als die Vereinsführung für die durchwachsenen Leistungen verantwortlich. Diese habe den Verkauf des brasilianischen Superstar Kaka zu Real Madrid nicht ausreichend kompensieren können. "Ich habe diesen Job übernommen und ich mache, an was ich glaube. Niemand hat ein Gewehr an meinen Kopf gehalten, damit ich diese Rolle einnehme. Aber sicherlich haben wir im Moment nicht das nötige Selbstvertrauen", hatte Leonardo nach der Niederlage gesagt.
Reals Sieben-Minuten-Gala
Den beiden Aufeinandertreffen mit den Mailändern beruhigt entgegenblicken kann Real Madrid. Bei den Königlichen herrschte nach einer Sieben-Minuten-Gala der beiden Superstars Cristiano Ronaldo und Kaka beim 3:0 gegen Olympique Marseille Hochstimmung. Vor allem der portugiesische 94-Millionen-Einkauf überzeugte mit zwei Treffern und einem herausgeholten Elfmeter und bot damit den Beweis, dass Geld offenbar doch Erfolg bringt.
Englische Teams weiterhin top
Traditionell stark präsentierten sich in der Champions League auch die Teams aus der englischen Premier League. Chelsea kam mit minimalem Aufwand auch im zweiten Spiel der Gruppe D zu einem 1:0-Erfolg. Manchester United ging trotz Rückstands mit einem 2:1 gegen VfL Wolfsburg auch nach 22 Heimspielen in der Millionenliga nicht als Verlierer vom Platz. Ins Rampenlicht spielte sich dabei zum wiederholten Mal Routinier Ryan Giggs mit einem Freistoßtreffer (59.) sowie einem Assist beim entscheidenden Tor durch Michael Carrick (78.).
"Gute Bayern" und Juves "Abwehr-Mauer"
Keinen Sieger erlebte der Schlager zwischen Bayern München und Juventus Turin. Beim 0:0 in München fehlten den Bayern nur der goldene Schuss ins Glück, weshalb der strenge Trainer Louis van Gaal in seiner Amtszeit "noch nie so ein gutes Bayern gesehen" haben wollte. Über die vergebenen Chancen wollte sich der Niederländer nicht ärgern: "Wenn wir so spielen, ist das eine Frage der Zeit."
Die italienischen Medien bejubelten hingegen Juves "Abwehr-Mauer", feierten wie die "Gazzetta dello Sport" einen "goldenen Punkt". "Wir sind nicht ganz zufrieden", sagte Ex-Bundesliga-Profi Diego, "aber in der Gruppe ist alles offen." Mit nur zwei Punkten aus zwei Spielen scheint der Club von Alexander Manninger in den anstehenden Spielen aber gefordert.










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