Di, 17. Juli 2018

„Wollte nicht töten“

22.01.2018 16:23

Rivale mit Auto angefahren: Acht Monate bedingt

Zwei Männer, eine Frau und zwei verletzte Egos: Als beide vor dem Haus der Frau in Wien aufeinandertreffen, kommt es zur Prügelei. Und dann soll der neue Freund (35) mit Absicht auf den "Ex" (32) zugerast sein und ihn verletzt haben. Der 35-Jährige leugnet jetzt auf der Anklagebank: "Ich war so im Schock, ich wollte nur weg."

Das Opfer erklärt, man sei im Juni 2017 noch ein Paar gewesen. Der Angeklagte aber sagt: "Da waren wir schon ein Jahr zusammen." Da musste es am 8. Juni ja beinahe zum Eklat kommen. Der Angeklagte wartete im Auto auf seine Freundin: "Plötzlich reißt der meine Tür auf, zerrt mich raus und schlägt mich." Es ist der Ex-Freund: "Ich wusste nicht, dass sie mich betrügt, wollte es nicht wahrhaben", sagt er jetzt. "Ich habe ihm eine gegeben. Und gebissen." Dann hätten sie aufeinander eingeschlagen.

"Plötzlich hör ich Leute schreien: 'Dreh dich um!'"
"Danach ging ich zu meinem Auto, habe eine geraucht", so der 32-Jährige. "Plötzlich hör ich Leute schreien: 'Dreh dich um!'" – da sei der Angeklagte auf ihn zugefahren. "Ich hab noch versucht, auf die Motorhaube zu kommen, um nicht eingeklemmt zu werden. Dann wollt ich wieder aufstehen, da hör ich sie wieder schreien." Der 35-Jährige fuhr laut Anklage erneut auf das Opfer zu – laut Zeugen mit Absicht, eine Frau musste auch zur Seite springen.

"Er wollte niemanden töten"
Der Angeklagte leugnet: Er sei in Panik gewesen, versehentlich in die falsche Richtung weggefahren und habe dann gewendet. Das Opfer habe er nicht gesehen. Seine Verteidiger Matthias Burger und David Jodlbauer: "Er war in der Schlägerei unterlegen, er hatte Angst. Er wollte niemanden töten."

Für das Geschworenengericht (Vorsitz: Georg Olschak) ist es grob fahrlässige Körperverletzung, nicht der ursprünglich angeklagte Mordversuch: acht Monate bedingt, nicht rechtskräftig.

Silvia Schober, Kronen Zeitung

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