23.12.2008 13:51 |

Sport im Herzen

Honda Accord Tourer im Test

Es herrscht Ruhe an der Ampel. So viel Ruhe, dass man glatt glauben könnte, eine Start-Stopp-Automatik hätte dem Motor des Honda Accord Tourer 2,4 Executive den Saft abgedreht. Doch weit gefehlt: Er ist nur so leise. Ist das etwa ein superbraver, unauffälliger Familienkombi, der kein Wässerchen trüben kann? Äh – nein.

Im Herzen ist er ein Sportler und Lifestyle-Kombi. Weniger Gepäck (406 – 1.252 Liter) passt in der Klasse kaum wo rein, dafür ist der Kofferraum praktisch konzipiert und die Heckklappe geht elektrisch auf und zu. Das Fahrwerk erinnert an BMW, ist also von der harten Sorte (das Leben ist mild genug), das macht in schnellen Kurven richtig Spaß.

Bleib am Gas!
Um dem inneren Charakter des Autos gerecht zu werden, muss man den äußeren ignorieren, denn der 2,4-Liter-Benziner will hochgejubelt werden, damit er die Pferdchen springen lässt. Beim normalen Beschleunigen tut sich nicht wirklich viel. Da, wo man normalerweise hochschalten würde, muss man am Gas bleiben, dann kommt der Aha-Effekt. Die 201 PS jagen erst bei sage und schreibe 7.000 Touren durch den Antriebsstrang, das maximale Drehmoment von 234 Nm steht bei 4.300 bis 4.400 Touren zur Verfügung. Das gibt dem Kombi etwas Unsouveränes, denn bei höherer Drehzahl ist es aus mit Ruhe und Gelassenheit.

Klar, es ist angenehm, dass sich die Kraft total gleichmäßig entwickelt, nicht wie sonst häufig mit einer Turbostufe (hier ist ja kein Turbo drin), aber es widerstrebt mir irgendwie, hier die volle Leistung abzurufen. Und das wiederum heißt, ich zahle mehr, als ich in Anspruch nehme.

Kombi für aktive Fahrer
Wen das stört, der sollte vielleicht zum 150-PS-Diesel greifen, da reißen 350 Nm bei 2.000 bis 2.500/min. an. Ist einen Versuch wert, denn der Accord Tourer ist schnittig gezeichnet, das Heck erinnert an Audi, die Front ist japanisch. Die elektrische Lenkung ist zielgenau und direkt (vielleicht etwas zu leichtgängig), die Sechsgang-Schaltung trocken und knackig, man sitzt gut, mit der Zeit gewöhnt man sich auch an die etwas umständliche Bedienung (inkl. MW und LW, die man übers Lenkrad als Soundquelle für die Top-Stereoanlage auswählen kann). Dass die Türen etwas blechern zufallen, ist angeblich nur eine Eigenheit des Testwagens.

Es lässt sich auch für jede Menge Komfort und Sicherheit sorgen: adaptiver Tempomat, aktiver Spurhalteassistent, präventives Fahrerassistenzsystem (im Paket um 2.750 Euro), Xenon, Leder rundum, 10-Boxen-Sound mit Hammer-Bass, elektrische Sitzverstellung sind im Executive Serie. Um 39.800 Euro Basispreis wird man zwar schon bei Audi oder BMW fündig, aber da ist dann die Ausstattung noch nicht dabei. Mit weniger ist der 2,4-Liter-Benziner aber auch gar nicht erst zu bekommen.

Stephan Schätzl

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