600 Häuser "gefilzt"

Drogenlabor in der Steiermark entdeckt

Steiermark
10.07.2008 20:45
Wegen illegalen Chemikalienhandels sind bei einer Großrazzia in ganz Deutschland, in Österreich und der Schweiz am Mittwoch 600 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht worden. In Österreich wurden insgesamt drei Gebäude durchsucht, in den zwei Häusern in Niederösterreich und in Kärnten wurde nichts Verdächtiges vorgefunden. Die beiden Kontrollen sind bereits abgeschlossen. In einem Gebäude in Schladming im Bezirk Liezen entdeckten die Ermittler hingegen ein kleines Küchenlabor.

Die Utensilien zur Herstellung von Drogen, die in dem Kochraum aufgestellt waren, wurden von Kriminaltechnikern abgebaut. Ob dort tatsächlich Suchtmittel erzeugt wurden, könne aber, laut Bundeskriminalamt, erst durch Einvernahmen sowie eine chemische Untersuchung geklärt werden. Diese Schritte würden allerdings längere Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Befragung des kroatischen Verdächtigen sei noch im Gange.

Vertrieb via Internet
Laut Polizei geht es um die verbotenen Substanzen Amphetamin, besser bekannt als Speed, und Gamma-Hydroxybutyrat (GHB), ein Mittel, das eigentlich als Bestandteil von Reinigungsmitteln verkauft wird. Beide könnten aus Stoffen hergestellt werden, deren Vertrieb via Internet die Ermittler zwei deutsche Männer verdächtigen. Die mutmaßlichen Täter sollen erhebliche Mengen Gamma-Butyrolacton (GBL) in Umlauf gebracht haben. Diese Substanz wird nach dem Konsum im menschlichen Körper in das Betäubungsmittel GHB umgewandelt. Bekannt ist dieser Stoff vor allem als liquid XTC oder Vergewaltigungsdroge (rape-drug). Folgen sind eine starke Abhängigkeit, in Deutschland seien bereits einige dadurch verursachte Todesfälle bekannt.

Bereits einige Labors in Deutschland aufgeflogen
In den deutschen Bundesländern, die ohne Ausnahme durchsucht worden waren, seien schon einige Labors gefunden worden, hieß es im Landeskriminalamt der Bundesrepublik. "In einem Objekt haben wir einen Lastwagen gebraucht zum Abtransport der sichergestellten Chemikalien", so Landeskriminalamt-Sprecher Ludwig Waldinger.

Durchsuchungen auch in der Schweiz
In der Schweiz wurden in 17 Kantonen Hausdurchsuchungen und Befragungen durchgeführt. Es bestehe der Verdacht, dass in einigen der durchsuchten Objekte Labors zur Herstellung von Betäubungsmitteln betrieben worden seien, teilte das Schweizer Bundesamt für Polizei mit.

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