Fr, 24. November 2017

Grüner Winterschlaf

09.11.2017 12:27

Gut vorbereitet auf den Frost

Das Gartenjahr geht zu Ende. Es ist Zeit, Vorbereitung für den Winter zu treffen. Empfindliche Pflanzen brauchen Schutz, Exoten kommen ins frostfreie Quartier.

Wenn der erste Frost die Pflanzen bedroht, wird es Zeit, die Exoten ins Winterquartier zu bringen und die heiklen Gartenpflanzen zu schützen. Der Zeitpunkt der Frostgefahr ist regional unterschiedlich, erfahrungsgemäß ist die Periode von Anfang bis Ende November. Viele Kübelpflanzen - wie Oleander oder Olive - überstehen kurze Bodenfröste recht gut, wenn sie geschützt an der Hauswand stehen. Beginnen Sie nicht zu früh mit der Überwinterung und beachten Sie die Wetterprognose.

Sind Temperaturen unter null Grad für mehrere Tage angesagt, müssen die Exoten rechtzeitig ins Haus. Ideal für die meisten Kübelpflanzen sind Winterquartiertemperaturen von fünf bis zehn Grad. Bei höheren Temperaturen vergeilen die Pflanzen - sie treiben aus und bilden lange, dünne Triebe mit kleinen Blättern. Je kühler das Quartier, desto dunkler kann der Raum sein. Vor dem Einräumen immer auf Schädlinge kontrollieren - wobei auch die Blattunterseiten und Zweige ganz genau untersucht werden sollten, denn hier verstecken sich oft Woll- oder Schildläuse. Räumen Sie nur von Schädlingen freie Pflanzen ein.

Maßnahmen vor dem Einräumen
Nutzen Sie die frostfreie Zeit noch, um die Pflanzen mit einem biologischen Mittel zu spritzen, bevor Sie sie einräumen. Pflanzenschutzstäbchen für den Topfballen zeigen im Winterquartier gute Wirkung. Den Pilzkrankheiten beugen Sie vor, indem Sie die herabgefallenen Blätter oder die abgestorbenen Pflanzenzteile entfernen.

Groß gewordene Kübelpflanzen können Sie vor dem Einräumen vorsichtig zurückschneiden. Dabei werden die alten Triebe eingekürzt, um Platz für den Neuaustrieb zu schaffen. Einen starken Rückschnitt nehmen Sie aber besser erst im Frühling vor, nach der Ruhephase, denn da heilen Schnittwunden besser. Es gibt auch Ausnahmen: Engelstrompeten blühen am einjährigen Holz und werden vor dem Überwintern sehr stark zurückgeschnitten (auf Stummel). Gar nicht zurückgeschnitten werden Pflanzen, die schon im Herbst den Blütenansatz für das nächste Jahr bilden, wie zum Beispiel der Oleander.

Training für das Winterquartier: Sie können die Pflanzen für die Überwinterung gut vorbereiten, indem Sie das Düngen einstellen und sie im Oktober unter ein Vordach stellen, damit der Topfballen nicht zu stark nass wird. Vermeiden Sie das Einräumen mit nassen Blättern - das führt zu Pilzerkrankungen. Beachten Sie bitte auch, dass Ihre Pflanzen im Winterlager nicht zu dicht beieinanderstehen.

Erst die Heiklen, dann die Robusten
Manche Kübelpflanzen reagieren schon auf die ersten winterlichen Temperaturen sehr empfindlich. Dazu gehören der Korallenstrauch, Sommerhibiskus, Bougainvillea und Engelstrompeten. Sie sollten keinen Frost erwischen, da sie sehr sensibel sind und schon auf kalte Winde und Temperaturen von drei bis vier Grad reagieren.

Oleander, Lorbeerbaum, Erdbeerbaum oder Olive, Bitterorange und Wollmispel hingegen können draußen bleiben, solange kein Dauerfrost herrscht. Ein Platz unter Dach oder an der Mauer ist für sie ein guter Schutz. Sehr robust sind auch Jasmin, Kamelie und Granatapfel. Sie können bis Ende November im Freien stehen, solange die Nachttemperaturen nicht unter minus fünf Grad sinken.

Der ideale Platz fürs Winterlager
Das ideale Winterquartier ist frostfrei, hell und gut belüftet. Hat es um die fünf bis zehn Grad Celsius, fühlen sich die meisten Exoten wohl. Wenn die Temperatur zehn Grad übersteigt, muss das Lager hell sein. Kühle Zimmer mit bis zu 15 Grad Celsius sind gut für Palmen, Zitruspflanzen, Hibiskus, Oleander und Oliven, sofern sie mit ausreichend Luftfeuchtigkeit und Wasser versorgt sind. Stiegenhäuser eignen sich bestens als Winterlager, wenn sie nicht beheizt sind. Ideal ist ein Wintergarten mit Lüftung und Beschattung.

Für die Überwinterung im Keller sind Agaven, Lorbeer, Bleiwurz, Solanum und Engelstrompeten geeignet. In der frostfreien Garage mit einem Lichtfenster können Feigen, Granatäpfel, Bitterorangen, Yucca und Hanfpalmen ein Winterquartier finden. Die Abwärme des eingefahrenen Autos reicht normalerweise aus, um tiefe Nachttemperaturen abzufangen. Bei Dauerfrost unter minus zehn Grad Celsius muss aber dann eine Notheizung oder eine Infrarotlampe installiert werden.

Einmal pro Woche gießen reicht im Winterquartier in der Regel aus. Prüfen Sie vorher mit einem Finger, ob die Erde im Topf trocken ist. Abgestandenes Wasser, das sich vorher der Raumtemperatur anpassen konnte, ist fürs Gießen ideal. Sommerblumen überwintern Petunien werden zurückgeschnitten, bei zehn Grad Celsius überwintert und da nur mäßig gegossen. Nicht düngen! Fuchsien schätzen einen trockenen Winterplatz bis zwölf Grad, der auch dunkel sein kann. Immer auf Weiße Fliege kontrollieren! Pelargonien zu überwintern ist einfach: Die robusten Pflanzen brauchen wenig Wasser, da sie in ihren dicken Stängeln und Blättern alles Nötige speichern. Pelargonien können in dem Topf, in dem sie wachsen oder auch mit dem ganzen Kisterl gut überwintert werden. Erst gegen Ende des Winters werden sie in frische Balkonblumenerde umgepflanzt.

Pflanzen, die man aus gemischt bepflanzten Blumenkästen herausnimmt, topft man dagegen sogleich in neue Erde. Hängende und stehende Pelargonien kommen in einen kühlen Raum bei etwa zehn Grad, der auch etwas dunkler sein kann.

Frostschutz im Garten

  • Töpfe auf wärmende Unterlage stellen
  • Töpfe mit Vlies, Schafwolle, Filz, Jute usw. einpacken
  • Töpfe an Hausmauer oder überdacht zusammenstellen
  • In exponierten Lagen zusätzlich Töpfe mit Reisig abdecken
  • Stämme von Obst- /oder Jungbäumen einwickeln
  • Rosen anhäufeln. Hochstammrosen einpacken
  • Hohe Gräser zusammenbinden
  • Frost entzieht Feuchtigkeit. Nach Frost sofort gießen

Angelika Starkl, wohnkrone.at

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