Fr, 24. November 2017

Krank geputzt

25.03.2015 10:42

Sicher und gesund durch den Frühjahrsputz

Die ersten kräftigeren Sonnenstrahlen des Frühlings bringen nicht nur Wärme und Freude, sondern auch so manche Putzsünde ans Licht. Höchste Zeit also für den traditionellen Frühjahrsputz. Doch Experten warnen: Jährlich verletzen sich dabei rund 2.400 Menschen – zum Teil schwer. Im Haushalt noch immer überwiegend Frauen, Männer sind hingegen mehr bei Gartenarbeiten betroffen.

Diese Zahlen, so hoch sie auch sein mögen, geben allerdings nur die Zahl der erfassten Verletzungen, bei denen ärztliche Behandlung unumgänglich ist, wieder. Die Dunkelziffer, inklusive Zerrungen, Verletzungen, Prellungen, Schnittwunden etc., dürfte noch um ein Vielfaches höher sein. Besonders hoch ist übrigens der Anteil der "Putzopfer" bei den über 60-Jährigen.

Was aber macht gerade den beliebten Frühjahrsputz so gefährlich?

Selbstüberschätzung, fehlende Routine und Leichtsinn
Ob auf der Straße, beim Sport oder eben beim Putzen: Bei allen nun Unterschieden in den Tätigkeiten sind doch in vielen Fällen die Unfallursachen die gleichen: Stress und Zeitnot, das bombensichere Gefühl, dass Unfälle nur anderen passieren können, und nicht zuletzt eine falsche Einschätzung des eigenen Könnens bzw. der eigenen Geschicklichkeit und Belastbarkeit.

Was übrigens beim Frühjahrsputz oft vergessen wird: Trotz aller modernen Geräte und Hilfsmittel ist Putzen körperlich recht anstrengend. Beim Staubsaugen in der meist zu tief gebeugten und daher nicht perfekten, jedoch üblichen Körperhaltung kann die Pulsfrequenz schon einmal auf 113 Schläge pro Minute gehen. Wer eine Stunde lang auf den Knien den Fußboden glänzend schrubbt, verbraucht etwa 216 Kilokalorien, beim Fensterputzen etwa 216 Kilokalorien. Dabei werden ganze Muskelgruppen intensiv beansprucht.

Wer, was beim Putzen häufig geschieht, keine ausreichenden Pausen einlegt und den Erschöpfungszustand überspielt, wird reizbarer und vor allem auch unkonzentrierter. Man will einfach nur endlich fertig werden. Alles in allem die "idealen" Voraussetzungen für Unfälle im Haushalt.

Einige Regeln für sicheres Putzen
Jahr für Jahr das gleiche Problem: Der Putzaufwand wird häufig völlig unterschätzt. Soll die ganze Wohnung wirklich gründlich durchgeputzt werden, reicht in den meisten Fällen ein Tag nicht aus. Wesentlich stressfreier – und auch sicherer! – ist es daher, einen Großputz von vornherein auf mehrere Tage aufzuteilen

Bevor es an die eigentliche Arbeit geht, sollten Hausgeräte und Hilfsmittel so bereitgestellt werden, dass man sie schnell bei der Hand hat. Dies gilt vor allem für die (Sicherheits-)Leiter. Denn die Erfahrung zeigt, dass meist dann auf die gefährlichen Ersatzmittel, wie z.B. Hocker, Stühle, Fensterbank etc., gestiegen wird, wenn man die Arbeit unterbrechen müsste, um die Leiter erst zu holen. Diese Vorbereitungen können unter Umständen lebensrettend sein. Denn rund 80 Prozent aller tödlich verlaufenden Haushaltsunfälle sind Stürze.

Eine weitere Gefahr lauert in Wasserpfützen auf den Böden. Leicht kann es hier rutschig werden. Daher: Solche Pfützen sofort trockenlegen und dies nicht auf später verschieben!

Hilfe in Anspruch nehmen
Ist man einmal so richtig in "Putz-Fahrt", will man sich meist auch nicht lange damit aufhalten, jemanden bei einer bestimmten Arbeit um Hilfe zu bitten. Ein Beispiel dafür ist das Aufhängen der noch nassen Vorhänge. Hier wird oft das Gewicht unterschätzt. Steigt man dann auf die Leiter – die Arme beladen mit dem nassen Stoff – und beginnt diesen wieder aufzuhängen, wobei man sich auf das mitunter recht mühsame Einhaken konzentriert, kann man sehr leicht das Gleichgewicht verlieren oder einen falschen Schritt machen.

Besonders für Senioren ist diese Arbeit auch extrem kräfteraubend. Besser daher, solche Arbeiten nicht selbst durchzuführen, sondern jemanden darum zu bitten. Ältere Menschen sollten überhaupt keine Haushaltstätigkeiten mehr durchführen, für die sie auf eine Leiter steigen müssten – auch wenn man stolz darauf ist, noch so vieles selbst, ganz ohne Hilfe erledigen zu können.

Tipp: Vielleicht auch einmal einfach die Nachbarn um Hilfe bitten! Selbst wenn man bislang noch keinen so guten Kontakt hatte – viele werden erstaunt sein, wie hilfsbereit die meisten Menschen bei solchen Anliegen von Senioren sind!

Noch einige Tipps für sicheres Putzen

  • Sicherheitsleiter: Auf eine Leiter nur dann steigen, wenn man schwindelfrei ist. Geeignetes, festes und flaches Schuhwerk ist Pflicht. Hausschuhe, wie z.B. Pantoffel, unbedingt vermeiden. Immer langsam und sicher auf die Leiter steigen. Vorsicht bei sogenannten Überkopf-Arbeiten, also Arbeiten, bei denen man den Kopf weit nach hinten beugt. Die Gefahr von Schwindelanfällen ist dabei sehr hoch. Langsam nach solchen Arbeiten den Kopf wieder in die übliche Position bringen und eine kleine Pause einlegen.
  • Fensterputzen: Niemals und auch wirklich niemals zum Putzen auf das Fensterbrett steigen. Zum Reinigen der Fenster einen Wischer mit einem verlängerbaren Stiel verwenden.
  • Staubsauger: Meist ist die Handstange des Staubsaugers zu kurz eingestellt, sodass man in gebückter Haltung saugt. Das kann Rücken und Bandscheiben schädigen. Bei plötzlichen, ruckartigen Bewegungen (Drehungen) kann dies sogar zu einem Bandscheibenvorfall führen. Die ideale Haltung beim Staubsaugen ist aufrechtes Stehen mit leicht gebückten Knien. Das schont den gesamten Bewegungsapparat und verhilft zusätzlich zu einer sehr guten Standfestigkeit.
  • Hindernisse beseitigen: Putzgeräte niemals herumstehen lassen, da man (übermüdet) leicht über diese stolpern kann. Geräte mit Kabeln stets an die nächstgelegene Steckdose anstecken.
  • Gute Beleuchtung: Vor allem im Keller, am Dachboden und im Treppenhaus wichtig.
  • Kindersicherheit: An Putztagen Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen. Vor allem kleine Kinder sind von der Putztätigkeit meist fasziniert und versuchen häufig, das Tun der Erwachsenen nachzuahmen oder mitzuhelfen. Daher: Putzgeräte und -mittel sowie weitere mögliche Gefahrenquellen rasch wegräumen. Kleinkinder beim Fensterputzen niemals (auch nicht für kurze Zeit) allein im Raum lassen, selbst wenn man denkt, sie ohnedies im Blick zu haben.
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