Fr, 24. November 2017

Sanieren

17.02.2015 12:18

Den Fenstertausch richtig planen

In Sachen Energiesparen steht der Fenstertausch ganz oben auf der To-do-Liste der heimischen Sanierer. Meist völlig zu Recht. Denn kaum eine andere Maßnahme bringt so rasch und vergleichsweise einfach ebenso nachhaltige wie unmittelbare Energieeinsparungen. Doch damit verbunden sind trotz Förderungen auch Kosten. Umso wichtiger ist es daher, den richtigen Zeitpunkt für den Fenstertausch zu kennen und auch das jeweils perfekte Produkt zu wählen.

In der Theorie spricht so gut wie alles für einen Fenstertausch. Da sind zum einen die beachtlichen Energieeinsparungen und damit auch unter Umständen beträchtliche Heizkostensenkungen. Zum anderen sind dichte Fenstersysteme eine wichtige Grundlage für ein gesundes Raumklima.

Energieeinsparungen bis zu 50 Prozent
Fotos mit der Wärmebildkamera bringen nur allzu deutlich ans Licht, wohin die vielen Euros der Heizkostenabrechnung fließen: bei veralteten, zugigen Fenstersystemen zu einem großen Teil ungenutzt in das Freie.

Natürlich sind Fenster nicht das einzige Kriterium für den thermischen Gesamtzustand eines Gebäudes. Aber eines der wichtigsten. Denn laut "die umweltberatung" können die Energieverluste pro Quadratmeter undichter Altfenster bis zu fünfmal höher sein als die Energieverluste der Außenmauern.

Oder positiv ausgedrückt: Unmittelbar wirksame Energieeinsparungskosten bis zu 40 oder sogar 50 Prozent sind durch einen Fenstertausch möglich.

Wohngesundes Raumklima
Doch die Qualität von Fenstersystemen sollte man nicht ausschließlich nach der Energieverbrauchsfrage beurteilen. Neue, dichte Fenster stellen in vielerlei Hinsicht eine echte Wohltat für das Raumklima und somit auch für das körperliche Wohlfühlen der Bewohner dar.

Konstante Zugluft führt nämlich nicht nur dazu, dass man ständig fröstelt – selbst bei eigentlich angenehmer, ausreichender Raumtemperatur –, sondern auch zu körperlichen Verspannungen, vor allem im Nacken- und Schulterbereich.

Aber Achtung: Positive Auswirkungen auf das Raumklima können sich bei neuen Fenstersystemen nur dann entfalten, wenn gleichzeitig auch das Lüftungsverhalten neu gelernt wird. Denn regelmäßiges und bewusstes Lüften ist gerade bei neuen, dichten Fenstern Pflicht. Andernfalls ist eher eine Verschlechterung der Qualität des Raumklimas zu befürchten. Die Bewohner leiden unter dem Sauerstoffmangel und auch der gefürchteten Schimmelbildung sind Tür und Tor geöffnet.

Der perfekte Zeitpunkt für den Tausch…
… ist nicht so ganz einfach zu bestimmen. Sehr viel hängt von der Qualität der Altfenster selbst wie auch vom baulichen und thermischen Gesamtzustand des Gebäudes ab. Das ist auch die Erklärung dafür, dass selbst Experten von einer äußerst großen Bandbreite hinsichtlich der Lebensdauer von Fenstersystemen ausgehen. Diese liegt zwischen 25 und 40 Jahren.

Verschiedenste Dichtheitstests im beliebten Do-it-yourself-Verfahren, wie etwa Papier- oder Feuerzeugtest – bringen ebenfalls keine absolute Klarheit. Denn selbst wenn diese negativ ausfallen sollten, heißt das noch nicht unbedingt, dass sofort und in jedem Fall ein Tausch erforderlich ist. In einigen Fällen kann das Problem auch durch relativ einfache Maßnahmen, wie z.B. dem professionellen Abdichten oder der Nachjustierung durch den Fachmann, behoben werden.

Klarheit bringen hier nur eindeutige Beweise, wie etwa Wärmebildkameras und/oder der Gang zum Experten (z.B. Energieberatung).

Die Qual der Wahl
Die große Beliebtheit des Fenstertauschs hat auch bei uns zu einem wahren Angebotsboom am heimischen Fenstermarkt geführt. Und nicht immer ist im konkreten Sanierungsfall auch alles erforderlich, was moderne Fenstersysteme zu bieten haben. So werden z.B. beim Neubau eines Hauses im Passivhausstandard meist andere Kriterien an das Fenstersystem gestellt werden als bei der Renovierung eines bereits etwas älteren Einfamilienhauses. Auch andere individuelle Rahmenbedingungen des Gebäudes können wie bei jedem Bauprojekt eine Rolle spielen (z.B. Lage, Dämmung etc.).

Daher sollte jedem Fenstertausch eine ausführliche, umfassende und – wenn möglich – unabhängige Beratung beim Experten vorangehen.

Selbst ist der Heimwerker?
Ruck, zuck – und schon sind die neuen Fenster eingebaut. Ein wahres Kinderspiel für etwas geübte Heimwerker. So zumindest stellt es sich in vielen einschlägigen Werbungen der Unternehmen dar.

Fehler beim Tausch alter bzw. dem Einbau neuer Fenstersysteme machen sich in vielerlei Hinsicht äußerst unangenehm bemerkbar. Peinlichst genaues Arbeiten ist die Grundvoraussetzung, um in den Genuss all der Vorteile neuer Fenster zu kommen. So mancher durchaus geschickte und erfahrene Heimwerker hat daher bei dieser Arbeit schon den Werkzeugkasten werfen müssen. Im Allgemeinen ist es daher ratsam, die Montage durch einen professionellen Anbieter durchführen zu lassen.

Und wer Fördergelder in Anspruch nehmen will, hat diese Wahl sowieso nicht: Der Einbau durch einen professionellen Montagebetrieb ist zwingend vorgeschrieben. Wie sauber, zuverlässig und vor allem auch rasch der Fenstertausch dann tatsächlich über die Bühne geht, hängt auch bei der Durchführung durch einen Professionisten stets vom jeweiligen Partnerunternehmen des Fensteranbieters ab. Daher ist es sinnvoll, sich beim Kauf auch gleich über diese Montagepartner zu erkundigen.

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