Fr, 25. Mai 2018

Kostenfalle

23.09.2014 13:56

Wertvolle Tipps: Richtig heizen im Herbst

Gerade noch im Bade-Outfit die spätsommerlichen Sonnenstrahlen genossen, jetzt schon die warme Winterjacke hervorgeholt: Die wechselnden Temperaturen können nicht nur auf Stimmung und Gemüt drücken, sondern auch die Heizkosten ganz kräftig in die Höhe treiben. Denn in den Übergangszeiten wird meist zu viel – und vor allem auch falsch – geheizt.

Heizen oder nicht heizen? So lautet die berühmte Gretchenfrage in vielen heimischen Haushalten zu Herbstbeginn. Denn gerade jetzt ist es besonders schwer, die richtige Wohlfühltemperatur in den eigenen vier Wänden zu finden. Fenster zu und Heizung rauf, Heizung runter und Fenster auf – im Ergebnis ist dies dann die häufigste Lösung des Heizproblems in der beginnenden kälteren Jahreszeit.

So weit, so teuer: Denn der unüberlegte Spontan-Umgang mit der Heizung kann zur echten Kostenfalle werden. Tatsächlich zeigen einschlägige Untersuchungen, dass beim Heizen in der Übergangszeit eines der größten Energie-Einsparpotentiale liegt. Voraussetzung für einen sparsamen Umgang ist ein bewusster und überlegter Umgang mit der Wärmeversorgung.

Eine gemütlich warme Stube
Wenn es draußen dunkler und kälter wird, dann soll das eigene Heim so richtig gemütlich warm sein. Und damit ist man schon bei einem der wichtigsten Faktoren in Bezug auf das herbstliche Heizenergie-Sparprogramm.

Denn Wohlfühl-Temperaturen sind subjektiv: Männer frieren weniger leicht als Frauen, verschiedene Stimmungslagen, Müdigkeit und ähnliche Empfindungen lassen darüber hinaus Temperaturen ganz unterschiedlich empfinden. Das ist schon im Winter bei klirrend kalten Außentemperaturen ein Problem, im Herbst mit einem bunten Wechselspiel aus Sonne, Regen, Nebel, Plus- und Minusgraden noch um ein einiges schwieriger.

Objektive Experten-Tipps
Wie es klappt mit dem Heizen im Herbst, zeigen Experten-Tipps: Bei Tages-Außentemperaturen um die 15 Grad Celsius kann die Heizung (noch) ganz abgeschaltet bleiben. In durchschnittlichen Wohnungen und Häusern mit guter baulicher Substanz bzw. Dämmung sollten diese Außentemperaturen für ein angenehmes Wohlfühlklima durchaus noch ausreichen. Das Motto dabei: lieber etwas kühlere als überheizte Räume. (Achtung: Bei Raumtemperaturen unter 14 Grad steigt die Schimmelgefahr!)

Nicht außer Acht lassen sollte man bei der Heizfrage auch die passende Kleidung. Energieexperten beklagen, dass es bei uns bereits durchaus üblich ist, sich zu Hause nur mehr in Shirts und leichten Jogginghosen wohlzufühlen. Rat der Experten daher: Bei leichtem Frösteln am Abend im Herbst einmal versuchen, ob nicht auch eine wärmere Wollweste, ein Pullover oder eine gemütliche Kuscheldecke beim Fernsehen die gewünschte Erwärmung und Wohlfühltemperatur bringt. Ganz ohne teure Energiekosten, sondern zum erfreulichen Nulltarif!

Richtig lüften im Herbst besonders wichtig
Klar, bei klirrender Kälte im Winter achtet man schon ganz von selbst darauf, dass Fenster nicht den ganzen Tag über gekippt oder gar stundenlang offen bleiben. Das ist an Herbsttagen ganz anders! Denn hier reichen manchmal schon einige Sonnenstrahlen aus, um vor dem Winter noch einmal so viel frische Luft wie nur möglich in die Räume zu holen.

Das ist verständlich, aber unter Umständen ein höchst teures Vergnügen! Denn in vielen Haushalten läuft dabei auch zusätzlich die Heizung. Der Lüftungsvorgang sollte rund zehn bis fünfzehn Minuten dauern. Bedenken muss man auch dabei: Je wärmer die Außenluft, umso feuchter ist sie auch. Die Luft aus den Wohnräumen ist ebenfalls feucht. Für einen sinnvollen Luftaustausch führt daher kein Weg an einer bewussten Stoß- oder Querlüftung über die oben angegebene Zeitspanne vorbei.

Wird es noch einmal so richtig warm, können die Fenster auch länger offen gelassen werden, dann sind allerdings die Heizungsventile zu schließen.

Vorsicht vor gekippten Fenstern: Schon allein aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit der Außenluft kann hier kein sinnvoller Luftaustausch erfolgen. Nachteilig ist auch, dass die Mauern durch den ständigen Luftzug ausgekühlt werden, in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit besteht hier Schimmelgefahr!

Heizung an – oder Zusatzheizungen einsetzen?
Das Aufdrehen der Heizung wird in vielen Haushalten gerne (und zum Teil zu recht) hinausgezögert. Und tatsächlich sind die Temperaturen zu Herbstbeginn häufig so, dass eben nur ein klein wenig Wärme fehlt. Beliebt sind daher Zusatzheizungen, sei es als Kaminofen oder als Strom-Radiator.

"Allemal billiger, als die Zentralheizung hochzufahren", lautet dabei das (Kosten-)Argument. Stimmt so natürlich nicht ganz. Denn bei der Frage, ob diese Rechnung auch aufgeht, spielen eine Menge Faktoren eine Rolle.

Kostengünstig, umweltfreundlich und außerdem noch sehr gemütlich sind Kaminöfen, die auch bei uns sehr beliebt sind. Mit einem solchen Kaminofen kann man gut an kälteren Tagen sein "Wärme-Auskommen" finden.

Etwas differenzierter gestaltet sich jedoch der Einsatz von Radiatoren, die mit Strom betrieben werden. Ob diese Lösung wirklich billiger kommt, ist nicht einfach zu beantworten. Denn Größe und Lage sowie die aktuellen Energiepreise spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Faustregel:Bei Zimmern normaler Größe ist zur Erreichung einer durchschnittlichen Wärmetemperatur von 21 Grad Celsius die fest installierte Heizung im Regelfall kostengünstiger als herkömmliche Heizlüfter, deren Wärmeleistung hierfür auch oft nicht ausreicht.

Und noch ein Tipp: Bei vielen modern Heizungsanlagen in Einfamilienhäusern kann der Hausbesitzer die Heizkurve selbst einstellen. Oft ist diese für ein Heizen in der Übergangszeit falsch eingestellt.

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