Mi, 22. November 2017

Richtig pflegen

07.07.2017 08:03

So bekämpfen Sie kahle Stellen im Rasen

Ein sattgrüner, dichter Rasen ist der ganze Stolz eines jeden Hobbygärtners. Umgekehrt zählen hartnäckige Kahlstellen in der Rasenfläche zu den größten Ärgernissen im Gartenleben. Die Ursachen für solche unansehnliche Flecken sind vielfältig und reichen von einfachen Belastungsfehlern der letzten Gartensaison über Pflegefehler bis hin zu Schädlingen und Pilzen. In den meisten Fällen jedoch führen gezielte Gegenmaßnahmen mit ein wenig Geduld wieder zu einem schönen grünen Rasen.

Fast jeder Gartenbesitzer kennt die Situation: Ein herrlich grüner Rasen, der gerade jetzt in seiner stärksten Wachstumsphase steht - und mittendrin da und dort unschöne kahle Stellen, meist verbunden mit ebenfalls unansehnlichen Verfärbungen von dürrem Gelb bis zu Braungrau. Einfach die betroffenen Stellen ausbessern, bringt nicht in jedem Fall den gewünschten Erfolg. Sinnvoll ist es daher, in einem ersten Schritt der Ursache auf den Grund zu gehen.

Gefräßige Schädlinge
Sie leben dicht unter der Grasnarbe und fressen die Wurzeln der Gräser an: Die umgangssprachlich sogenannte Wiesenschnacke startet ihre große Mahlzeit in den Monaten April und Mai. Unter diesem allgemeinen Begriff verbergen sich mehrere Arten, die aber alle zur Familie der Schnacken (Unterordnung der Mücken) gehören.

Die durch das "große Fressen" beschädigten Wurzeln der Graser führen in weiterer Folge dazu, dass sich der Rasen stellenweise gelb bis braun verfärbt. Zunächst kleinflächig können sich die betroffenen Stellen im Zeitraum bis zum Entschlüpfen der Tiere im Spätsommer zunehmend ausweiten.

Zur Feststellung, ob es sich bei den braunen Flecken um einen solchen Schädlingsbefall handelt, reicht meist ein Spatenstich dicht unter der Grasnarbe, um auf die Larven zu stoßen. Ein weiteres Indiz für diesen Schädlingsbefall kann darin liegen, dass sich besonders viele Amseln auf der Rasenfläche tummeln.

Natürliche Bekämpfung
Die Bekämpfung der Schädlinge ist nicht ganz einfach, doch gibt es einige sehr erfolgversprechende natürliche Methoden. So z.B. die Rasenfläche mit einer wassergefüllten (Stachel-)Walze zu walzen oder Kalkstickstoff zu streuen. Beim Kalkstickstoff wird der Rasen gleichzeitig mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Vor dem großflächigen Ausstreuen sollen Sie aber zuerst an kleiner Stelle ausprobieren, ob der Rasen die Behandlung verträgt. Weitere Methoden: Vertikutieren und Nachsäen, Schädlinge anlocken und absammeln.

Braungraue Flecken durch Schneeschimmel
Schneeschimmel wird durch einen Pilz verursacht. Ideale Wachstumsbedingungen findet er bei Temperaturen zwischen null und zehn Grad. Milde Winter sind für sein Entstehen besonders günstig. Die gute Nachricht: Bei Temperaturen über 20 Grad breitet sich der Pilz nicht weiter aus. Begünstigt wird eine Infektion des Rasens durch Verfilzungen und liegen gebliebenes Schnittgut sowie durch eine einseitige Düngung mit hohem Stickstoff- und geringem Kaliumanteil.

Im ersten Stadium zeigen sich bierdeckelgroße sowie kreisrunde, glasige Flecken mit einem braungrauen Farbton. Ein dunkelbrauner Rand mit einem gräulich-weißen, watteartigen Pilzgeflecht ist ein sicherer Hinweis auf den Schneeschimmel. In vielen Fällen regenerieren sich die Flecken von innen heraus, sodass mit der Zeit daraus braungraue Ringe werden.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen heilen die betroffenen Stellen bei den höheren Sommertemperaturen von selbst wieder ab. Wenn von der Grasnarbe nicht mehr viel übrig ist, werden die Flecken am besten mit frischem Saatgut ausgebessert.

Hundeurin schuld an Flecken?
Darüber scheiden sich die Geister so mancher Hundefreunde: Schwören die einen Hundebesitzer, dass durch ihre Hunde keinerlei gelben Flecken im Rasen entstehen, so können die anderen aus eigener Erfahrung das Gegenteil berichten.

Und beide haben Recht. Tatsächlich dürfte es von Rasse zu Rasse unterschiedlich sein, ob sich durch den Urin Flecken ergeben. Aber auch die Ernährung kann eine Ursache sein. Denn - ganz eindeutig ist es zwar noch nicht bewiesen - die Vermutungen gehen dahin, dass sich die Flecken durch einen (zu) hohen Nitratgehalt im Urin des Tieres ergeben.

Darauf setzt übrigens ein Mittel, das in Tierhalterkreisen allerdings nicht ganz unbestritten ist. "Dog rocks" nennen sich die natürlichen Steine aus Australien, die, in eine Wasserschüssel gegeben, zu einer Verringerung des Nitratgehaltes im Hundeurin und damit zu einer Verhinderung der gelben Flecken im Rasen führen sollen. Wer sich nicht darauf einlassen will: Erfolgreich ist es auch, nach dem "Hundegeschäft" die entsprechende Stelle kräftig nachzugießen.

Weitere mögliche Ursachen

  • Zu kurzer Schnitt: Gelber Rasen ist häufig auch eine Folge eines falschen Schnitts. Erfolgt dieser zu früh oder ist er zu kurz, breiten sich rasch unschöne gelbe Flecken aus und die gesamte Rasenfläche wird unansehnlich.
  • Falsche Düngung: Man will ja dem Rasen nur etwas Gutes tun - und überlastet ihn förmlich mit Düngemitteln. Besser, sich beim Fachmann über die richtige Dosierung und den richtigen Dünger beraten lassen!
  • Zu wenig Bewässerung: Eine der häufigsten Ursachen für gelbe Stellen. Reicht die Zeit nicht aus, empfiehlt sich eine automatische Bewässerung.
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