Sa, 16. Dezember 2017

Hygiene wichtig

24.12.2013 08:00

So füttern Sie Vögel im Winter richtig

Bei eisiger Kälte und gefrorenem Boden wird es für viele heimischen Vogelarten knapp mit dem Futter. Gezielte sowie regelmäßige Zufütterung bis zum Frühlingsbeginn kann daher eine wichtige Hilfe sein. Voraussetzung, dass die Futterhilfe für die gefiederten Freunde auch aufgeht, sind die richtige Futterwahl und das peinlich genaue Sauberhalten der Futterstelle.

Diskussionen über die Notwendigkeit der Winterfütterung zum Trotz: Viele der ohnehin immer rarer werdenden heimischen Vogelarten brauchen dieses Zusatzangebot an Nahrung dringend.

Besonders bei eisigen Temperaturen benötigen Vögel ein Vielfaches an Futter, um die erforderliche Energie zum Warmhalten aufbringen zu können. Die Vogelfütterung bringt aber nicht nur den Tieren etwas: Auch für die Menschen ist es eine besondere Freude, an grauen Wintertagen die stets fröhlich wirkenden Vögel bei der Fütterung zu beobachten. Vor allem für Kinder in städtischen Gebieten stellt dies eine wertvolle Gelegenheit zum Natur-pur-Erleben dar.

Richtige Fütterung wichtig
"Gerade im Winter erreichen uns täglich Anrufe vieler Vogelfreunde mit Fragen zu unseren heimischen Wintervögeln und deren Fütterung", so Eva Karner-Ranner von BirdLife Österreich. Im Wesentlichen konzentrieren sich diese Fragen auf die drei großen Ws der Vogelfütterung: Wann? Wie? Was?

Begonnen werden sollte mit der Fütterung mit Beginn der ersten Schneefälle bzw. mit dem ersten Frost. Wichtig ist es vor allem, durchgehend zu füttern, also Zeiten der leeren Futterhäuschen zu vermeiden, da sich die Vögel die Futterstellen gut merken und so im Notfall auch rasch anfliegen können. Mit Frühlingsbeginn kann die Fütterung dann langsam eingestellt werden.

Achtung: Kommt es nach dem Frühlingsbeginn – wie etwa im Vorjahr – zu einer Rückkehr des Winters, sollte die Fütterung wieder aufgenommen werden.

Sauberkeit und Hygiene am Futterplatz
Beliebt sind bei vielen Gartenbesitzern freistehende Vogelfutterstellen, bei Balkonen und Terrassen eignen sich die praktischen Futtersäulen. Wofür auch immer man sich entscheidet, es sollte auf jeden Fall sichergestellt sein, dass die Fütterungsplätze nicht für Katzen oder Hunde erreichbar sind.

Die Fütterung ist nur dann sinnvoll, wenn auf umfassende Hygiene bei der Futterstelle geachtet wird. Andernfalls können sich Krankheiten an der Futterstelle sehr rasch ausbreiten. Das Futter sollte daher trocken und sauber sein. Offene Futterhäuschen müssen mehrmals gründlich gereinigt werden, um z.B. Kotverschmutzungen zu vermeiden.

Aus hygienischen Gründen empfehlen die BirdLife-Vogelexperten jedenfalls die sogenannten "Silofutterhäuser" oder Futtersäulen. Bei diesen Modellen ist nicht nur die Verschmutzung durch Kot wesentlich geringer bis ausgeschlossen, sondern das Futter ist auch geschützt und bleibt selbst bei starken Schneefällen weitgehend trocken. Feuchtes Vogelfutter kann zu schimmeln beginnen. In diesem Fall muss es sofort entfernt werden und das Häuschen gründlich gesäubert werden.

Gute Ernährung auch für Vögel wichtig
Mag schon sein, dass wir es gerade in der Feiertagszeit mit der gesunden, vollwertigen Ernährung nicht so ernst nehmen. Was die Vogelfütterung betrifft, sollte allerdings konsequent auf die richtige Zusammenstellung des Futters geachtet werden. Auf der absoluten Verbotsliste steht das meiste, was wir Menschen gern essen – von Reis über Semmel- bis hin zu Keksresten.

Erlaubt sind hingegen Obst und Nüsse. So freuen sich zum Beispiel Amseln über klein aufgeschnittene Apfelstückchen, Rosinen und Nüsse. Übrigens: Amseln nehmen gerne das Futter direkt vom Boden auf.

Die einfachste und kostengünstigste Art der Vogelfütterung besteht darin, eine Futtersäule mit geeignetem Fettfutter für Vögel aus der Tierhandlung zu füllen. Je sortenreicher man füttert, desto mehr unterschiedliche Vogelarten zieht man an.

In diesem Zusammenhang: Heftige Diskussionen gibt es immer wieder über die Fütterung von Tauben und Krähen. Auch diese Vogelarten benötigen im Winter ausreichend Futter und werden daher von Boden-Vogelfütterungen oder offenen Futterstellen angezogen. Viele Vorurteile gegen diese Vögel, vor allem was Tauben betrifft, sind mittlerweile widerlegt. Gesundes und artgerechtes Futter trägt dazu bei, dass diese Vogelarten nicht im Müll nach Nahrung suchen müssen und so krank werden. Doch sollten "Extrem-Fütterungen" auch im Interesse der Tiere vermieden werden. Keinesfalls sollten sie jedoch von Vogelfütterungen vertrieben werden.

Einige Tipps für die Winter-Speisekarte

  • Amseln, Wacholderdrosseln und Rotkehlchen sind Weichfutterfresser, die gerne Äpfel, Rosinen oder fettgetränkte Getreideflocken fressen.
  • Finken (Buch-, Berg- und Grünfink, Dompfaff, Kernbeißer, Stieglitz und Zeisig) sind Körnerfresser. Sie freuen sich über Sonnenblumenkerne, Erdnussbruch (auch erhältlich in kleinen Netzsäckchen, die mühelos aufgehängt werden können) und energiereiche, ölhaltige Sämereien wie Hanf oder Mohn.
  • Haussperling ("Spatz"), Feldsperling und Goldammer sind ebenfalls Körnerfresser, nehmen aber lieber kleine Samen oder geschälte Sonnenblumenkerne. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln sind sie auch für stärkehaltige Körner, wie z.B. Getreide oder Hirse, geeignet.
  • Meisen (Kohl-, Blau- und Tannenmeise), Kleiber, Spechte fressen neben klassischen Sonnenblumenkerne auch gerne Nüsse oderfestes Fettfutter ("Meisenknödel").

Tipp: Mit mehreren Futterhäusern nebeneinander gibt man nicht nur konkurrenzschwachen Vögeln eine Chance. Je vielfältiger das Futterangebot, desto mehr Vogelarten werden sich einfinden.

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