Di, 22. Mai 2018

Elektrogeräte

15.04.2011 10:38

Ab in den Müll - oder doch reparieren?

Der Kühlschrank gibt komische Laute von sich, der Geschirrspüler spurt auch nicht mehr so richtig, und wie lange die Waschmaschine noch hält, ist ebenfalls fraglich. Beim alten Fernseher wartet man förmlich auf einen Anlass, um ihn durch einen supermodernen, sowieso so günstig im Angebot, ersetzen zu können. Also, ab in den Müll und neu einkaufen! Oder doch eher schauen, ob sich das alte Elektrogerät durch eine Reparatur nochmals auf Vordermann bringen lässt?

Dauer-Tiefpreise und beinahe wöchentliche Aktionsangebote, die ins Haus flattern, laden förmlich zum raschen Austausch älterer Elektrogeräte, auch schon bei kleinsten Störungen, ein. Endgültig vorbei scheinen Omas Zeiten, als man die lang angesparten, kostbaren Hausgeräte mit vielen Tricks, Kniffen und fachkundigen Reparaturen von Jahr zu Jahr rettete. Heute ersetzen neue Geräte die vielleicht noch gar nicht so alten in Windeseile. Gut für die Industrie - aber auch gut für die Umwelt und nicht zuletzt für die Brieftasche?

Das Dilemma der Konsumenten
Leicht hat man es ja heute nicht, wenn man bei Neuanschaffungen nicht nur das Haushaltsbudget, sondern auch Umweltschutzüberlegungen berücksichtigen will. Denn so eine neue Waschmaschine, die rund 70 Kilo wiegt, schleppt aufgrund des Materialeinsatzes für ihre Herstellung gesamtheitlich gesehen – so rechnet „die umweltberatung“ vor - ganze 1.440 Kilo mit sich herum. Der Wasserverbrauch für die Produktion beträgt stolze 4.400 Liter. Solche Zahlen machen deutlich, dass Reparieren nicht nur Energie, Rohstoffe und Ressourcen einspart, sondern auch die Abfallmengen deutlich verringert.

Andererseits wird seit Jahren von staatlichen Stellen, Umwelt-Experten und Industrie gleichermaßen einmütig die Botschaft getrommelt, die alten „Energiefresser“ doch endlich gegen neue, energiesparende Modelle auszutauschen und so eine ganze Menge Energie und Geld zu sparen. Und last, but not least: Was viele Konsumenten nicht wissen, ist, dass heute bei weitem nicht mehr jedes Gerät auch tatsächlich reparaturfähig ist.

Was sich lohnt und was nicht
Allgemeine Richtlinien für die Entscheidung „Reparieren oder neu kaufen“ gibt es daher nicht. Das ist von Fall zu Fall und auch von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Einige Entscheidungshilfen:

  • Waschmaschine: Im Schnitt nach etwa zehn Jahren bis fünfzehn Jahren (je nach Intensität des Gebrauchs) beginnen die meisten Modelle, erste „Mucken zu machen“. Ganz typisch sind Störungen beim Motor, der Wasserpumpe und der Türverriegelung. Ist das Gerät älter als zehn Jahre, so raten Experten, sich eine Neuanschaffung zu überlegen: Die Reparatur alter Modelle geht meist ziemlich ins Geld, und in punkto Strom- und Wassereinsparung hat sich bei den Waschmaschinen in den letzten Jahren besonders viel getan.
  • Kühlschrank: Punktet eigentlich durch eine besonders lange Lebensdauer. Mindestens fünfzehn Jahre lang sollte das Gerät beschwerdefrei arbeiten. Ob sich bei Störungen eine Neuanschaffung lohnt, ist auch davon abhängig, wie teuer das Gerät war. Spar-Tipp: Der Kühlschrank ist eines der Hausgeräte, bei denen viele Störungen auch relativ einfach selbst behoben werden können.
  • Staubsauger: Beim Staubsauger bzw. dem Zubehör bricht leicht einmal etwas ab, der Schlauch bekommt Risse. In vielen Fällen kann man das leicht selbst reparieren oder das betreffende Teil austauschen. Eine Rolle spielt natürlich auch, wie teuer das Gerät war und wie alt es bereits ist. Faustregel: Älter als zehn Jahre und Kaufpreis rund um die hundert Euro – Staubsauger ersetzen.

Reparieren, aber wie?
Ob Waschmaschine, Geschirrspüler, Fernseher und Co – vor teuren Neuanschaffungen lohnt es sich, sich bei diversen Kundendiensten oder Elektrikern über Aufwand, Kosten und Sinnhaftigkeit einer Reparatur zu informieren. Zu beachten ist allerdings, dass meist Reparatur- und Verkaufsstellen letztlich zusammenhängen und daher eher zu einem Neukauf geraten wird.

Tipp: In Österreich gibt es Netzwerke unterschiedlichster Betriebe, die auf das Reparieren so gut wie aller Dinge spezialisiert sind, z.B. das „Reparaturnetzwerk“ (reparaturnetzwerk.at). Da die Mitgliedsbetriebe nicht auf den Verkauf spezialisiert sind, raten sie nur bei tatsächlich irreparablen Schäden zur Neuanschaffung.

Langlebige und reparaturfreudige Elektrogeräte
Ist eine Neuanschaffung tatsächlich erforderlich, sollte man sich vor dem Kauf vergewissern, ob das Elektrogerät im Fall der Fälle auch tatsächlich repariert werden kann. Und das möglichst einfach und kostengünstig. Denn das ist heute nicht mehr selbstverständlich: So manches Elektro-Gerät kann nicht geöffnet werden, ohne dass es gleichzeitig zerstört wird. Für den Konsumenten ist dies allerdings beim Kauf nur schwer ersichtlich.

Zwar gibt es mittlerweile ein eigenes Siegel (ON-Regel ONR 192102), das die Geräte auf insgesamt 39 Kriterien überprüft, doch ist dieses nicht verpflichtend, und die Hersteller müssen es extra beantragen, was laut „die umweltberatung“ nur sehr zögerlich geschieht. Ungefähr die Hälfte der Kriterien zum Erhalt des Siegels in drei Kategorien („Ausgezeichnet“, „Sehr gut“ oder „Gut“) betrifft die Konstruktion und die Bedienungsanleitung, die andere Hälfte das Service. Extra-Punkte erhalten die Geräte für besondere Reparatur-Erleichterungen wie etwa, dass handelsübliche Schrauben das Gehäuse zusammenhalten und keine Spezialschlüssel verwendet werden müssen.

Tipp: Da dieses Siegel nur wenig Hersteller beantragt haben, empfiehlt es sich beim Neukauf, aktiv allfällige Reparaturaspekte zu hinterfragen!

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