Mo, 18. Dezember 2017

Kinderzimmer

27.08.2010 15:28

Besser lernen mit dem richtigen Arbeitsplatz

Der Countdown läuft und in wenigen Tagen ist es wieder so weit: Die Schule beginnt wieder und damit leider auch eine ganze Reihe von kleinen bis größeren Sorgen und Diskussionen. Meist geht es dabei um das Lernen. Experten sind sich einig: Ein guter Arbeitsplatz zu Hause fördert von Beginn an das konzentrierte Lernen und trägt so zu besseren Leistungen bei.

Ganz klar ist natürlich auch, dass selbst ein noch so gut ausgestatteter und kindgerecht angepasster Arbeitsplatz mangelnde Motivation nicht ersetzen kann. Aber: Er kann helfen, dass man konzentrierter lernt und gesundheitliche Schäden durch falsche Möbel und schlechte Sitzhaltung oder mangelhafte Beleuchtung vermeidet.

Ein Zimmer – viele Funktionen
Es gibt kaum ein Zimmer in Haus oder Wohnung, das so vielen unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden muss wie ein Kinder- oder Jugendzimmer: Dort wird geschlafen und gespielt, dort soll gelernt werden, dort werden Freunde empfangen und meist spielen diese Zimmer auch bei den ersten Dates eine ganz wichtige Rolle. Laut Umfragen schätzen ältere Kinder und Jugendliche an diesem Ort ganz besonders die Möglichkeit, so richtig „privat“ zu sein, also, die Eltern mit bestem Gewissen aussperren zu können.

In der Praxis ist es daher gar nicht so einfach, die „Berufs“-, sprich: Schul-, und Freizeitzonen voneinander zu trennen. Hier helfen nur räumlich klare Strukturen und die Aufteilung in verschiedene „Zonen“: Eine Lernzone, meist symbolisiert durch einen Schreibtisch, die Freizeitzone, die auch ruhig lediglich aus einem gemütlichen Spiel- oder Kuscheleck bestehen kann, und die Schlafzone mit dem Bett.

Von klein auf sollte der Nachwuchs daran gewöhnt werden, diese Bereiche bewusst nicht zu vermischen, also, nicht im Bett zu lernen, am Schreibtisch zu essen oder im Kuscheleck vor dem Fernseher ein kleines Schläfchen einzulegen.

Der eigene Schreibtisch
Ein fester Arbeitsplatz in Form eines eigenen Schreibtisches sollte für alle schulpflichtigen Kinder eine Selbstverständlichkeit sein. Denn dieser Schreibtisch symbolisiert den eigenen Verantwortungsbereich und schafft darüber hinaus die nötige Ruhe und Konzentration für Hausaufgaben. Ausnahme: Schulanfänger brauchen anfangs am meisten die Nähe zu ihren Eltern - mehr als einen eigenen, aber räumlich getrennten Schreibtisch. Tipp: Wenn ein eigener Schreibtisch aus Alters- oder Platzgründen (noch) nicht sinnvoll oder möglich ist, dann am besten gemeinsam einen festen Platz in der Wohnung festlegen, an dem die Hausaufgaben dann auch stets in Ruhe (!) gemacht werden können (z.B. Ess- oder Küchentisch).

Heute gibt es eine Vielzahl von Schreibtischmodellen. Kinderschreibtische sind für die Dauer der Volksschuljahre gebaut, sie sind meist bunt und fröhlich gestaltet, verfügen im Idealfall über abwaschbare Bezüge und überstehen leicht auch so manche Spielattacke. Tipp: Auch bei Kinderschreibtischen darf bei den Sesseln eine Rückenlehne für die ergonomisch richtige Haltung nicht fehlen.

Ab der Mittelschule gibt es dann die „mitwachsenden“ Tische, die für die Dauer von rund acht Jahren konzipiert sind. Die Vorteile solcher Modelle liegen nicht nur in der Höhenverstellbarkeit von Tisch und Stuhl, sondern auch in den vielen Erweiterungsmöglichkeiten mit Laden- und Fächersystemen. Der Nachteil meist im Preis, denn ganz billig sind solche guten Modelle, die sich erst über die Jahre wirklich rechnen, im Regelfall nicht. Tipp: Beim Aussuchen des Schreibtisches immer gleich im Geschäft die Kinder ausführlich probesitzen lassen. Den Nachwuchs in Kaufentscheidung unbedingt miteinbeziehen!

Beleuchtung und Farben
Gutes Lernen setzt gutes Sehen voraus. Von Vorteil ist, wenn das Kinderzimmer über große Fenster verfügt. Der Schreibtisch wird so platziert, dass ein Maximum an Lichteinfall möglich ist, blendendes, zu grelles Sonnenlicht während der Lernzeit aber vermieden wird. Bei der künstlichen Beleuchtung für den Schreibtisch gelten folgende Faustregeln: Die Lampe muss auf den Arbeitsplatz gerichtet sein und durch den Lichteinfall einen begrenzten Raum schaffen – so fällt die Konzentration auf die Arbeit leichter. Licht- und Schattenwirkung austesten sowie Lichteinfall von links bei Rechtshändern und von rechts für Linkshänder sicherstellen. Vorsicht bei weißen Schreibtischplatten, da diese häufig blenden.

Aber nicht nur Licht, auch Farben beeinflussen die Lernkonzentration. Bei Kindern gibt es eine eigene Entwicklungspsychologie der Farben. Wechseln bei Erwachsenen die Farbveränderungswünsche etwa alle zehn Jahre, so geschieht dies bei Kindern je nach Entwicklungsalter alle zwei bis drei Jahre. Auf die Farbwünsche der Kinder sollte also eingegangen werden.

Einige Erfahrungswerte fürs Lernen: Im Sichtfeld des Schreibplatzes sind rote Farben eher zu vermeiden – wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass rote Farbe Prüfungsängste steigern kann. Grün und Blau sind wesentlich besser fürs Lernen geeignet. Grüne Leuchten sollen sogar die Informationsaufnahme, v.a. beim Aneignen von einfachen Inhalten, wie z.B. beim Vokabellernen, erleichtern.

Und noch einige Energie-Tipps…
Auch traditionelle östliche Einrichtungslehren, wie etwa Feng-Shui (chinesisch) und Vastu (indisch) haben sich mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes befasst.

Feng Shui

  • Schreibtisch: So positionieren, dass das Kind mit dem Rücken zu einer festen Wand sitzt und von seiner Position aus den gesamten Raum überblicken kann.
  • Meiden: Spitze Ecken und Kanten, die auf den Schreibtisch zeigen. Sie sollen das Chi auf unvorteilhafte Weise bündeln.
  • Ordnung: Stets auf ein aufgeräumtes Zimmer achten.
  • Mitentscheiden: Kinder wissen oft intuitiv, was ihnen gut tut, und sollten daher bei der Gestaltung des Zimmers miteinbezogen werden.

Vastu

  • Himmelsrichtung: Grundsätzlich schärft ein gegen Osten gerichteter Blick den Geist und strukturiert das Denken.
  • Zimmermitte: Sollte immer frei bleiben, Schränke und Regale an West- oder Nordwand stellen.
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