Fr, 25. Mai 2018

Russland-Connection

21.04.2018 08:13

Kaspersky Lab darf nicht mehr auf Twitter werben

Neue Eskalation im Streit um mögliche Beziehungen des Anti-Virus-Spezialisten Kaspersky Lab zur russischen Regierung: Twitter verbietet ab sofort jegliche Werbung des russischen Sicherheitssoftware-Herstellers. Das Geschäftsmodell des Unternehmens vertrage sich nicht mit den Werbevorschriften, teilte der Kurznachrichtendienst am Freitag mit, verwies zugleich aber auch auf Vorwürfe der US-Regierung, wonach Kaspersky Verbindungen zu russischen Geheimdiensten haben soll.

Firmen-Mitgründer Eugene Kaspersky erklärte, es sei gegen keinerlei Regeln verstoßen worden. Er bat Twitter darum, die Werbesperre zu überdenken, kündigte kurz darauf in einem Tweet jedoch an, dass sein Unternehmen in diesem Jahr nicht mehr in dem Kurznachrichtendienst werben werde. Das dafür veranschlagte Budget solle nun stattdessen an die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation gespendet werden. „Sie tun eine Menge, um Online-Zensur zu bekämpfen“, so Kaspersky.

Der Streit zwischen dem Anti-Virus-Spezialisten und den USA schwelt bereits seit mehreren Monaten. Nach Darstellung der Regierung in Washington kann die Software des Unternehmens benutzt werden, um russische Spionage zu ermöglichen. Bereits im vergangenen September hatten die USA deshalb Kaspersky-Software aus ihren Behörden verbannt. Litauen folgte dem Beispiel, in Großbritannien warnte indes das nationale Zentrum für Cyber-Sicherheit NCSC Regierungsbehörden vor „offensichtliche Risiken“ hinsichtlich Anti-Virus-Software, die von ausländischen Firmen stamme.

Kaspersky weist Vorwürfe zurück
Kaspersky Lab hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und
wiederholt beteuert, weder Beziehungen zu Regierungen zu unterhalten noch Hilfestellung bei Cyber-Spionage zu leisten. Kaspersky bietet auch im deutschsprachigen Raum Programme zum Schutz von PCs und mobilen Geräten an. Zu seinen Kunden zählt das 1997 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 400 Millionen Privatpersonen und rund 270.000 Unternehmen.

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