Mi, 22. November 2017

Solarenenergie

16.06.2008 09:08

Die Sonne schickt keine Rechnung

Alternative Heizformen mit erneuerbaren Energiequellen sind weltweit ganz stark im Aufwind. Ganz oben auf der Liste dieser Energiequellen steht dabei die Solarenergie. Denn die Sonne ist nicht nur die mit Abstand größte, sondern vor allem auch eine äüßerst klimafreundliche Energiequelle. Ihr Potenzial ist schier unerschöpflich. Zur eindrucksvollen Veranschaulichung: In nur drei Stunden strahlt die Sonne die gleiche Menge Energie auf die Erde, wie pro Jahr von der gesamten Weltbevölkerung (!) verbraucht wird.

Wen wundert es daher, dass weltweit Forschungs- und Wissenschaftsteams im (kostspieligen) Einsatz sind, um das Geheimnis dieser unvorstellbar gewaltigen Energiequelle zumindest ein wenig zu entschlüsseln. Leider durchaus nicht immer in friedlichster Absicht.

Wesentlich einfacher und auch sinnvoller geht dagegen die Entwicklung der Nutzung der Solarenergie zu Heizzwecken vor sich. Die Warmwasserbereitung mittels Sonnenkraft ist heute eine sehr einfache, klimafreundliche  und nicht zuletzt auch kostengünstige Energiegewinnungsvariante. Mit einer solaren Warmwasseranlage von 6 Quadratmetern Kollektorfläche und 300 Litern Solarspeicher spart man 200 bis 300 Euro pro Jahr. Dazu kommt noch, dass  bis zu einem Drittel der Anschaffungskosten von Land und Gemeinden gefördert werden.

Eine erweiterte Solaranlage zur Heizungsunterstützung spart sogar mindestens das Doppelte ein und schützt das Klima vor Treibhausgasen wie 140 neu gepflanzte Bäume.

Nach einer einmaligen Investition erhält man derart rund 25 Jahre nahezu kostenloses Warmwasser und zwar unabhängig von steigenden Energiepreisen.

So funktioniert es
Solaranlagen nutzen die Sonne auf eine relativ einfache, dabei aber äußerst effiziente Weise. Schwarz beschichtete Absorber aus Kupfer oder Aluminium fangen die Sonnenstrahlen ein und geben die Wärme an das Wasser ab, das sie durchströmt. Jeder kennt den Effekt vom Gartenschlauch, der nach einiger Zeit in der Sonne ziemlich heißes Wasser enthält. Und im Wesentlichen funktioniert die Warmwasserbereitung mittels Solarenergie genauso. Die Absorber werden mit Glas abgedeckt, rückseitig gedämmt und mit einer Metall- und Holzummantelung dicht verschlossen, so dass möglichst wenig der wertvollen Sonnenwärme wieder nach außen dringen kann.

Auf diese Weise entsteht der „Sonnenkollektor“ mit einem Wirkungsgrad von meist über 40 Prozent. Das heißt, aus den bei uns rund 1.000 kWh Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter und Jahr werden rund 400 KWh Warmwasser gewonnen. Dieses Wasser wird dann in einem Solarspeicher gesammelt und in die Sanitär- und Heizungsinstallation des Hauses eingespeist.

Was, wenn keine Sonne scheint?
Das ist wohl die häufigste Frage, die im Zusammenhang mit Solarenergie gestellt wird. Aber keine Angst, kalt geduscht werden muss in keinem Fall. Denn das solar erwärmte Wasser wird in einem Solarspeicher gesammelt, der mehr als doppelt so groß wie der tägliche Wasserbedarf einer Familie ist. Was die Sonne nicht schafft, wird von der Zentralheizung oder elektrisch nachgeheizt.

Übrigens: Im Vergleich zu einem sonnigen Tag steht der Solaranlage an einem bewölkten Tag im Sommer immer noch bis zu 80 Prozent der Strahlung zur Verfügung, da sie auch die diffuse Strahlung (von den Wolken reflektiert) nützt. An einem bewölkten Wintertag sind es auch immerhin noch 25 Prozent der Strahlung eines Sonnentages.

Was kostet eine Solaranlage?
Ein Beispiel des Verbands Austria Solar: Eine Solaranlage mit 6 Quadratmetern Kollektorfläche und 300 Litern Solarspeicher kostet komplett inklusive Installation und Umsatzsteuer rund 5.800 Euro. Bei Sanierungen fallen in der Regel höhere Montagekosten an. Nach Abzug von Landes- und Gemeindeförderungen bleiben je nach Bundesland noch knapp 3.000 Euro für den Hausbesitzer als Kosten aus eigener Tasche übrig. Mit einer solchen Anlage spart man – bei heutigen Energiekosten – ca. 160 bis 300 Euro im Jahr und entlastet die Umwelt um etwa eine Tonne CO2 pro Jahr. Das entspricht den Emissionen von einem halben Jahr Autofahren (Mittelklassewagen, 6.000 km). In einer Lebenszeit von 25 Jahren spart eine 6 Quadratmeter große Solaranlage 60.000 kWh Energie ein. 

Solar-Weltmacht Österreich
Fast 250.000 Haushalte nutzen bei uns bereits die Sonne für Warmwasser und Raumheizung und sparen sich damit rund 110 Millionen Euro Energiekosten pro Jahr. Täglich werden in Österreich an jedem Werktag 1.100 Quadratmeter Sonnenkollektoren installiert. Bei der gesamt installierten Wärmeleistung liegt Österreich auf Platz 8 vor den USA und vor Australien.

Aber nicht nur in der Nutzung haben wir die Nase weit vorn. Solartechnik „Made in Austria“ ist weltweit hoch gefragt. Mittlerweile werden drei von vier in Österreich produzierten Kollektoren in mehr als 20 Länder weltweit exportiert. In China wurden vor kurzem die Schwimmhalle und das Logistikcenter der Olympischen Spiele 2008 in Peking mit österreichischer Solartechnik ausgestattet.

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