07.08.2017 07:31 |

Führung verspielt

Schaub stinksauer nach Derby: "Einfach nur bitter"

Beim Einlauf der Teams dröhnten die Toten Hosen aus den Stadion-Boxen: "Hier kommt Alex!" Passend zum "Wir wollen die Veilchen leiden sehen"-Transparent und der Choreographie der Rapid-Fans.

Aber es war kein Alex, sondern ein Louis, der dem Derby den grün-weißen Stempel aufdrückte. Nämlich Schaub. Der nach 219 Minuten (inklusive den beiden 0:2-Pleiten der letzten Saison) endlich der Austria im "neuen" Allianz-Stadion das erste Tor einschenkte. Per Kopf. Nach der Pause schnürte er einen Doppelpack. Der 22-Jährige hätte zu Rapids großen Helden werden können. Zumal der werdende Papa ("Hoffentlich ist es bald so weit") auch bildgerecht jubelte: mit Schnuller und Babybauch.

Doch nach dem Abpfiff regierte auch bei Schaub nur die Enttäuschung: "Das Spiel so herzugeben ist einfach nur bitter. Über meine Tore kann ich mich nicht freuen. Ich hätte lieber nicht getroffen, wenn wir gewonnen hätten. Wir hätten einfach nachsetzen, das 3:0 machen müssen. Wir hatten ja alles unter Kontrolle, waren sofort im Spiel drinnen."

Auch Schaub selbst, der in dieser Saison noch nicht seine Form gefunden hatte, im ersten Bundesliga-Spiel gegen Mattersburg sogar noch auf der Bank saß. Aber mit seinen ersten Toren gestern blühte er auf. "Man sieht, welche Klasse er hat", gab’s für seinen Zehner auch Lob von Trainer Djuricin.

"Holzhauser soll Eckball einfach ausführen"
Klar Stellung bezog Schaub dann auch zu den unnötigen Szenen am Ende: "Wenn man in einem Derby unsere Fans provoziert, darf man sich nicht wundern, dass auch einmal ein Feuerzeug fliegt. Der Holzhauser soll den Eckball einfach ausführen, dann ist eine Ruhe. Und dass uns dann der Schiedsrichter in die Kabine schickt? Nicht bös sein."

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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