Mi, 14. November 2018

Glyphosat

14.07.2017 15:41

Gemeinden verzichten auf umstrittenes Pflanzengift

Glyphosat: ein Wort, ein Glaubenskrieg. Ob der umstrittene Unkrautvernichter für Menschen krebserregend sein kann, darüber herrscht in der Fachwelt Uneinigkeit. Auch die EU-Kommission konnte sich bisher zu keinem generellen Verbot durchringen. In einem Dutzend steirischer Gemeinden ist man da schon weiter und verzichtet im eigenen Wirkungsbereich auf Glyphosat.

Vorweg: Keine Kommune schreibt ihren Bewohnern vor, ob sie Glyphosat auf ihren Feldern und in ihren Gärten verwenden dürfen. Doch die Bauhof-Mitarbeiter verzichten mancherorts auf den Unkrautvernichter, etwa in Lang: "Ich hab’ das vor zweieinhalb Jahren mit unseren Mitarbeitern ausgemacht", sagt Bürgermeister Joachim Schnabel. Unkraut wird seither mechanisch entfernt, etwa auf dem Platz im Dorfzentrum, bei Parkplätzen oder entlang der insgesamt 56 Straßenkilometer.

Laut einer Greenpeace-Erhebung verzichten zwölf steirische Kommunen (Graz, Seiersberg-Pirka, Gratkorn, Gratwein-Straßengel, St. Radegund, Kaindorf, Übelbach, Lang, Spital, Kobenz, Weißkirchen, Niederwölz) vollständig auf Glyphosat - wenig im Vergleich zu Niederösterreich, wo es 40 Prozent der Gemeinden sind. Doch ist das nicht ein Tropfen auf dem heißen Stein? Nein, meint Sebastian Theissing-Matei von Greenpeace: "Gerade beim Einsatz im öffentlichen Raum ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen mit dem Wirkstoff direkt in Kontakt kommen, besonders hoch. Zudem ist die Entscheidung ein wichtiges politisches Signal."

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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