02.02.2017 06:48 |

Auto-Gnadenfrist

Keine höhere NoVA wegen neuer Abgasnorm - vorerst

Autokäufe werden doch noch nicht heuer durch neue Spritverbrauchs-Tests teurer, wie zuletzt befürchtet. Für die bisherigen NEFZ-Tests gibt es laut ÖAMTC eine Übergangslösung bis inklusive 2019, das habe das Finanzministerium bestätigt. Mit dem Auslaufen der Angabe der NEFZ-Werte werde es dann aber nötig sein, die Steuern auf Basis der neuen WLTP-Werte zu bemessen, so der Autofahrerklub.

Mit der Einführung der WLTP-Testverfahren zur Ermittlung von Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemissionen hätte Österreichs Autofahrern schon ab September 2017 eine kräftige Steuererhöhung gedroht - denn Normverbrauchsabgabe (NoVA) und Sachbezug bei Dienstfahrzeugen hängen von den CO2-Emissionen bei der Typisierung ab. "Ersten Tests zufolge ist zu erwarten, dass die Werte im neuen Verfahren für die meisten Fahrzeuge deutlich höher ausfallen als im NEFZ-Verfahren", erklärte der ÖAMTC.

Im November habe man sich an das Finanzministerium gewandt, um auf die drohende finanzielle Mehrbelastung für Konsumenten aufmerksam zu machen - und am Dienstag dieser Woche eine Antwort erhalten, in der bestätigt werde, dass bis inklusive 2019 weiter der NEFZ-Zyklus als Grundlage für die Berechnung von NoVA und Sachbezug heranzogen werde. Dadurch sei sichergestellt, dass es nicht über Nacht zu einer empfindlichen Steuererhöhung für tausende Autofahrer komme, ohne dass im Parlament eine solche beschlossen worden sei oder sich irgendetwas an den Autos geändert habe.

Zur künftigen Steuer-Bemessung auf Basis der neuen WLTP-Werte habe das Finanzministerium bereits eine Diskussion über die Umstellung mit den Interessenvertretern im Vorfeld in Aussicht gestellt, so der ÖAMTC. Die Anwendung des neuen Testzyklus WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) basiert auf der EU-Verordnung 2016/427.

Ex-ARBÖ-Chefin Lydia Ninz hatte am Dienstag in ihrem Blog davor gewarnt, dass die neuen Abgastests und damit einhergehend ein höherer gemessener Schadstoffausstoß Neuwagenkäufe verteuern könnte. Allein durch diese neue realitätsnähere Messmethode werde sich der Normverbrauch um bis zu zehn Prozent erhöhen - nur bei einigen Autos werde er um bis zu fünf Prozent sinken, so Ninz.

Und sie rechnete vor: "Hat ein Auto nach der bisherigen Methode ("NEFZ") einen CO2-Ausstoß von 150 Gramm (pro Kilometer), kommt es mit der neuen schlimmstenfalls auf 165 Gramm. Damit schnellt auch der NoVA-Steuersatz schlagartig nach oben, von 12 auf 15 Prozent. Für ein 20.000 Euro teures Auto muss man dann 3.600 Euro NoVA zahlen statt 2.880 Euro - um 720 Euro oder 25 Prozent mehr als vorher."

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