So, 26. Mai 2019
20.01.2016 16:30

Tumor-Zentrum kommt

Tirol geht ganz neue Wege in der Krebstherapie

34.000 Krebspatienten leben in Tirol. Früher durchliefen alle Betroffenen ähnliche Behandlungspläne. Heute weiß man, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Chemotherapie und Bestrahlung reagieren. Die Zukunft liegt in der personalisierten Behandlung. In Tirol werden jetzt dafür wichtige Weichen gestellt.

An der Klinik Innsbruck wird gebaut. Bis Ende 2017 soll das neue Tumor-Zentrum fertig sein. Eine Anlaufstelle für alle Krebspatienten. Von dort geht es für Betroffene in die auf sie abgestimmte Therapie. Die wird in Zukunft ganz anders ausschauen als heute. Denn die Forschung liefert täglich neue Erkenntnisse. „Schon bald könnten Tumorerkrankungen mit Blutproben diagnostiziert werden. Das eröffnet in der Behandlung völlig neue Möglichkeiten“, beschreibt Prof. Günther Gastl von der Medizin-Uni Innsbruck an einem Beispiel, wohin die Reise geht.

Um Forschung und Praxis zusammenzubringen, haben die Tirol Kliniken und die Medizin-Uni nun ein Kompetenz-Zentrum gegründet. „So können wir den Patienten immer eine Behandlung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft anbieten“, erklärt Prof. Wolfgang Buchberger, medizinischer Direktor der Tirol Kliniken, den Sinn des Zentrums. Buchberger hofft, dass dadurch auch deutlich mehr Krebspatienten an klinischen Studien teilnehmen können.

Auch der Aufbau eines Krebsregisters ist Ziel. Dort sollen alle Fälle von der Diagnose bis zum Ende der Behandlung registriert werden und so der Forschung wichtige Daten für neue Entwicklungen liefern. Die Vernetzung von Forschung und Praxis wirkt! Wie, erläutert Gastl: „Seit wir mit dem Krankenhaus Meran regelmäßig Video-Konferenzen zu den Krebsfällen durchführen, sind die Therapieerfolge deutlich gestiegen.“

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