So, 16. Dezember 2018

Graz-Inoffziell:

18.12.2015 13:45

Kein Platz für Flüchtlinge im Gemeindebau

30 Prozent der Mieter im Grazer Gemeindebau sind keine gebürtigen Österreicher. Die größte Gruppe der Ausländer sind jene mit einer Daueraufenthaltsgenehmigung (Türken, Serben usw.). Für die Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr (KP) ist im Grazer Gemeindebau einfach kein Platz für weitere Kriegsflüchtlinge.

Es sind doch eher unerwartete Töne, die die Grazer KP-Wohnungsstadträtin Elke Kahr anschlägt: "Wir werden die Kriegsflüchtlinge in den kommenden Jahren in Graz nicht wohnversorgen können!" Und weiter: "Graz kann das Problem nicht lösen, nur der Bund."

Angesichts der großen Zahl der Flüchtlinge, die gekommen sind (und wohl noch kommen werden), setzt Kahr einen Alarmruf ab. Der Hintergrund: Nach internationalem Recht haben anerkannte Konventionsflüchtlinge, also Kriegsflüchtlinge etwa aus Syrien, ein Recht auf die Zuweisung einer Gemeindewohnung.

2000 auf der Warteliste

Aber der Wohnraum ist jetzt schon knapp. 2000 Menschen stehen auf der Warteliste! 11.500 Mieter leben insgesamt in Grazer Gemeindewohnungen.

Auch jetzt sind dort längst Kriegsflüchtlinge untergebracht; mehr als sechs Prozent beträgt der Anteil. Dazu kommt ein Anteil von 14 Prozent an Mietern mit einer Daueraufenthaltsberechtigung (Türken, Serben usw.). Sie dürfen nie in Österreich Sozialhilfe kassiert haben, müssen einer geregelten Arbeit nachgehen usw. Der Anteil der EU-Bürger beträgt 9,5 Prozent. Es sind vor allem Rumänen und Deutsche, die vermehrt im Gemeindebau wohnen.

Zusammengezählt beträgt der Anteil jener, die nicht aus Österreich gebürtig sind, 30 Prozent. Viel Konfliktpotenzial.

Charakter zählt - nicht die Herkunft

Kahr räumt Probleme ein, meint aber, dass das Zusammenleben im Gemeindebau viele Vorurteile ausräume. "Unsere Mieter schauen dann auf den Charakter der Menschen, nicht auf die Herkunft. Darauf bin ich auch ein wenig stolz!"

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