Die Transparente waren vorbereitet, doch die Bäume fielen schon Donnerstagfrüh: In St. Pöltens Heidenheimer Straße wurden 26 Linden gefällt. Aktivisten sprechen von einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Die Stadt erklärt den Termin mit nötigen Vorarbeiten für den Straßenumbau.
Die Baumschützer wollten noch einmal für den Erhalt der Linden kämpfen. Doch Donnerstagfrüh kamen ihnen die Fällarbeiten zuvor: Kurz vor 9 Uhr fiel der letzte der 26 Bäume in der Heidenheimer Straße in St. Pölten.
Bei Ulrike Nesslinger von der Bürgerplattform „Pro St. Pölten“ und der parteiunabhängigen Gemeinderätin Susanne Binder-Novak ist die Enttäuschung groß. Transparente waren bereits angefertigt, weitere Proteste gegen die Fällung waren noch geplant.
Aktivisten werfen Stadt vor, Protesten zuvorzukommen
Weil die Straßenarbeiten laut Anrainerinformation erst am 27. Oktober beginnen, hatten die Gegner noch auf eine Möglichkeit gehofft, die Linden zu retten. Nun werfen sie der Stadt eine Nacht-und-Nebel-Aktion vor, um weiteren Protesten zuvorzukommen.
Monatelang hatten sich die Bürgerplattform und Binder-Novak gegen das Vorhaben gestellt. Sie verwiesen auf 1600 Unterschriften und ein Gegengutachten, wonach eine baumschonende Sanierung möglich gewesen wäre.
Die Stadt hielt dagegen: Die Linden seien bereits angeschlagen. Die notwendigen Eingriffe im Wurzelbereich würden ihre Standsicherheit gefährden. Ein dauerhafter Erhalt sei mit barrierefreien Gehwegen und einer funktionierenden Entwässerung nicht vereinbar.
Rathaus: Baumfällung gehört zu den Vorarbeiten
Den früheren Termin erklärt das Rathaus mit den notwendigen Vorbereitungen für den Straßenumbau. Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen nächste Woche, Vorarbeiten müssten bereits davor stattfinden. Dazu zähle auch die Fällung der Bäume.
„Die Sachlage wurde mehrfach geprüft und diskutiert“, betont die Stadt. Zudem verweist sie auf die öffentliche Ankündigung des Projekts per Presseaussendung und auf ihrer Website zwei Tage zuvor.
Neue Bäume und breitere Gehwege geplant
Die Heidenheimer Straße soll eine schmälere Fahrbahn, breitere Gehwege und Tempo 30 bekommen. Vier bis fünf Meter hohe Ersatzbäume sollen nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt werden. Weitere Pflanzungen sind in der angrenzenden Viktor-Adler-Straße vorgesehen. Letzte Arbeiten am Straßenprojekt sollen im Frühjahr 2027 erfolgen.
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