Bäume gelten als wichtige Schattenspender im Hochsommer. Profi Patrizia Haslinger weiß, welche Arten besonders geeignet sind. Und: Auch im Herbst bieten Arten große Freude, im Garten sowohl als auch als Deko-Objekte.
Hand aufs Herz: Wer hat sich in diesem heißen Sommer nicht nach einem schattigen Platzerl im Garten gesehnt? Während wir mit Sonnenhut und kalten Getränken gegen die Hitze angekämpft haben, standen unsere Bäume einfach da und haben für uns gearbeitet. Ganz ohne Stromrechnung!
Jeder Garten braucht Bäume
Ein Laubbaum ist eine wunderbare natürliche Klimaanlage. Er spendet Schatten, kühlt durch die Verdunstung seiner Blätter die Umgebung und bietet vielen Tieren Lebensraum. Für mich ist klar: Ein Garten ohne Baum ist wie ein Sommer ohne Eis!
Diese Arten eignen sich gut
Doch welche Gehölze kommen mit unseren zunehmend heißen Sommern gut zurecht? Ein herrlicher Schattenspender ist der Maulbeerbaum. Seine ausladende Krone trotzt Hitze und Trockenheit, obendrein liefert er köstliche Früchte. Ich liebäugle schon lange mit ihm, doch zwischen meinen alten Baumriesen ist einfach kein Platzerl mehr frei! Selbst kleine Gärten verdienen große Baumliebe! Die Weidenblättrige Birne ist mein Favorit für mediterranes Flair. Ihr silbriges Laub erinnert an Olivenbäume, dabei ist sie wesentlich winterhärter. Auch Zieräpfel sind wunderbare, kleine Hausbäume: im Frühling ein Blütentraum, im Herbst mit ihren leuchtenden Früchten eine Augenweide. Die Äpfelchen lassen sich zudem wunderbar für herbstliche Dekorationen verwenden.
Wer sagt eigentlich, dass Rosen nur im Sommer blühen? In meinem Garten erblühen sie sogar im Herbst – und zwar aus buntem Laub! Besonders mein Tulpenbaum liefert dafür wunderschönes Bastelmaterial. Mit seinen goldgelben Blättern sorgt er für echtes Indian-Summer-Feeling. Auch der Amberbaum ist ein Herbstkünstler: Sein Laub leuchtet von Orange bis Purpurrot. Beide Bäume brauchen allerdings viel Platz und bevorzugen ausreichend Bodenfeuchtigkeit.
Mein Bastel-Tipp: Herbstrosen selbst gemacht! Dafür sammle ich möglichst frische, noch biegsame Herbstblätter. Besonders gut eignen sich Tulpenbaum- oder Ahornblätter, auch das gelbe Laub des Feldahorns.
Und so geht’s: Ein Blatt mittig falten und locker zur Rosenmitte einrollen. Weitere gefaltete Blätter rundherumlegen, dabei die Ränder leicht nach außen biegen. So entstehen wunderschöne Rosenblüten. Zum Schluss mit Blumendraht oder Bast fixieren. Die fertigen Rosen schmücken herbstliche Sträuße, Tischdekorationen und Kränze.
Wer jetzt schon ein paar Rosen für die Adventzeit vorbereitet und luftig trocknen lässt, hat im November einen kleinen Schatz für die Weihnachtsdeko. Und wer weiß, vielleicht wird dabei sogar die Liebe zur Natur weitergegeben? Ich selbst habe von meiner Oma, die übrigens begeisterte „Krone“-Leserin war, so viel übers Gärtnern gelernt. Die Natur verbindet Generationen – und schenkt uns Erinnerungen, die bleiben!
Alternative Strauch
Wer wenig Platz hat, kann auf sogenannte Großsträucher setzen. Der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch blüht spät im Jahr, bietet Bienen wertvolle Nahrung und begeistert im Winter mit seiner dekorativen Rinde. Mein persönlicher Gartenstar und Tipp als Gartenplanerin ist die Albizia, auch Seidenbaum genannt. Ihr federleichtes Laub zaubert lichten Schatten – darunter fühlt man sich wie im Urlaub! Weil genügend Licht durchfällt, lässt sie sich herrlich mit Stauden unterpflanzen. Ein kleines Sitzplatzerl daneben – fertig ist die Oase! Allerdings braucht sie einen warmen, geschützten Standort.
Für einen richtigen „Indian Summer“ sorgt der heimische Feldahorn, ein echter Klimagewinner – robust und pflegeleicht. Sein Laub leuchtet im Herbst goldgelb. Und seine geflügelten Samen? Die setzen sich Kinder gerne als lustige „Nasenzwicker“ auf.
Patrizia Haslinger ist Gartendesignerin und -coach aus Leidenschaft. Darüber hinaus ist sie auch geprüfte Hochzeitsplanerin. Noch mehr Informationen und Tipps von der Herzensgärtnerin finden Sie auf www.theheartgardener.at
Herzens-Tipp:
Mein Herzens-Tipp: Jetzt im Herbst ist Pflanzzeit für viele winterharte Gehölze. Denn Bäume sind ein Geschenk an die nächsten Generationen. Auch wir genießen heute den Schatten, den unsere Vorfahren für uns gepflanzt haben!
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