Qualität statt Masse

Warum heimische Gansln mehr als ein Festessen sind

Kärnten
22.10.2026 12:00

Die Ganslsaison hat begonnen. Besonders rund um den Martinstag am 11. November kommt der traditionelle Festbraten in vielen Familien und Restaurants auf den Tisch. 15 Bauern in Kärnten züchten Gansl. Und Star-Kocht Stefan Lastin verrät ein Rezept, wie ein schmackhaftes Gansl auch daheim gelingt.

Draußen färben sich die Blätter, drinnen wird groß aufgetischt: Die Ganslzeit ist da! Von Mitte Oktober bis Mitte November duftet es in Kärntens Wirtshäusern nach knusprigem Martinigansl, würzigem Rotkraut und flaumigen Erdäpfelknödeln. Ob gemütliches Dorfwirtshaus oder Haubenlokal – rund um den Martinstag findest du überall in Kärnten eine Adresse für deinen Festtagsschmaus. Der eigentliche Martinstag ist am 11. November, aber bis in die Weihnachtszeit wird der traditionelle Festbraten serviert.

Das ist ein typisches Ganslteller mit Blaukraut, Maroni und Knödeln.
Das ist ein typisches Ganslteller mit Blaukraut, Maroni und Knödeln.(Bild: Warmbaderhof)
Die Kärntner Ganslbauern setzen auf Qualität.
Die Kärntner Ganslbauern setzen auf Qualität.(Bild: Granitzer)
Die Gansl in Kärnten leben zumindest 140 Tage.
Die Gansl in Kärnten leben zumindest 140 Tage.(Bild: KK)

Strenge Regeln bei Bio-Weidegänsen
„Kärnten ist kein typisches Ganslland, 15 Betriebe züchten das weiße Federvieh“, sagt Iris Stromberger vom Brunnerhof am Längsee. Bei uns kommt Qualität auf den Tisch. In vielen Nachbarsländern nicht. Ungarn produziert jährlich etwa drei Millionen Gänse, in Spitzenzeiten der Vergangenheit waren es bis zu fünf Millionen Tiere. Der Vergleich hinkt aber. In Kärnten setzen Betriebe bewusst auf biologische Haltung.

Vier Betriebe züchten Bio-Gänse. Neben dem Brunnerhof züchten auch die Familien Granitzer (Stockenboi), Olsacher (Spittal) und Neubauer-Golob (Straßburg) Gänse, die mit viel Tierliebe heranwachsen. „Diese müssen biologisch gefüttert werden und zumindest 140 Tage leben. „Auf einem Hektar dürfen nur 100 Gansl leben“, erklärt Stromberger.

Iris Stromberger vom Brunnerhof am Längsee züchtet schon seit 1993 Bio-Gänse.
Iris Stromberger vom Brunnerhof am Längsee züchtet schon seit 1993 Bio-Gänse.(Bild: Iris Stromberger)

Gansl im Restaurant kostet in Kärnten rund 45 Euro
Im Osten Europas wird dagegen häufig auf eine deutlich kürzere Mast gesetzt. Im Osten wird keine Gans 100 Tage alt, es sind echte Mastgänse, sie leben zusammengepfercht und sehen kein Tageslicht. „Heuer ist der Druck durch ausländische Anbieter nicht besonders groß, auch preislich nicht. Denn die Vogelgrippe wütete“, meint Stromberger.

Wer in Kärnten  das traditionelle Gericht im Restaurant genießen möchte, muss mit Preisen zwischen 40 und 45 Euro rechnen. Der Brunnerhof bietet das Gericht bis zum 29. November an. „Für Weihnachtszeit werden Gänse zurückbehalten.“

Was beim Gansl fix dazugehört
Auf dem klassischen Ganslteller dürfen die traditionellen Beilagen nicht fehlen: Blaukraut, Maroni, Semmelknödel, Kartoffelknödel, Preiselbeeren und gebratene Äpfel oder Birnen gehören dazu. Für viele Familien ist das Ganslessen ein fixer Bestandteil des Herbstes. „In Österreich wird auf eine verantwortungsvolle Haltung geachtet. Insgesamt werden hierzulande rund 50.000 Gänse gezüchtet.“

Meisterkoch Stefan Lastin verrät der „Krone“ sein Gansl-Rezept.
Meisterkoch Stefan Lastin verrät der „Krone“ sein Gansl-Rezept.(Bild: Roland Holitzky)

Gansl-Rezeot vom Meisterkoch
Doch nicht nur in den Restaurants lässt sich ein gutes Gansl genießen. Wie der Festbraten auch zu Hause gelingt, verrät Stefan Lastin von der Gamskogelhütte, der am Katschberg eben erst mit vier Hauben ausgezeichnet wurde. Sein Tipp: „Die Gans zunächst 15 Minuten bei 80 Grad schonend vordämpfen, danach bei 160 Grad eineinhalb Stunden braten. Es muss langsam gehen. Beim Vordämpfen tritt Fett aus.“ Lastin verwendet davon nur wenig, damit der Eigengeschmack besser zur Geltung kommt. Auch beim Würzen hält er sich zurück. „Dann gelingt eine Gans auch daheim gut“, verrät der Meisterkoch.

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