Erfolgsgeschichte

Mit 50 Gänsen begann die große Leidenschaft

Oberösterreich
20.10.2026 13:18

Was einst als Versuch begann, wurde zu einer echten Erfolgsgeschichte. Auf ihrem Hof in Nußbach haben Heidi und Christoph Hebesberger mit viel Einsatz und Liebe zum Federvieh ein besonderes Standbein aufgebaut. Dabei geht es längst um weit mehr als nur knusprige Gansln. Auch abseits des Fleisches haben die Tiere einiges zu bieten.

Dass einmal so viele Gänse ihr Leben bestimmen würden, hätte sich Heidi Hebesberger wohl selbst nicht gedacht. Schließlich ging es der Bäuerin aus Nußbach und ihrem Mann Christoph ursprünglich nur darum, ein zusätzliches Standbein für den Familienbetrieb zu finden. Heute, knapp 27 Jahre später, sind die gefiederten Tiere aus ihrem Leben kaum mehr wegzudenken. Und aus einer kleinen Idee ist eine große Leidenschaft geworden.

Vor 27 Jahren begann es ganz unspektakulär
Dabei begann alles recht unspektakulär. Die Landwirtschaft wurde zunehmend schwieriger. Also musste etwas Neues, eine Nische her. Warum nicht Weidegänse? Mit gerade einmal 50 Tieren wagte die Familie den Versuch – und der ging auf. Die Bestände verdoppelten sich anfangs beinahe jährlich, bis schließlich rund 1300 Gänse am Hof gehalten wurden. Doch schnell entwickelte sich aus der zusätzlichen Einnahmequelle eine echte Leidenschaft.

Auf dem Hof in Nussbach watscheln die Weidegänse in großer Zahl über die Wiesen.
Auf dem Hof in Nussbach watscheln die Weidegänse in großer Zahl über die Wiesen.(Bild: Hebesberger)

Auch die Federn werden verwertet
„Wir sind schnell draufgekommen, dass die Gans eigentlich nicht nur das Fleisch ist“, erzählt Hebesberger. Die Verwertung von Federn und Daunen wurde zu einem wichtigen Bestandteil des Betriebs. Seit unzähligen Jahren entstehen daraus nun auch hochwertige Bettwaren, die zeigen, dass weit mehr in einer Gans steckt als ein knuspriger Braten. Längst reicht die Erfolgsgeschichte weit über den eigenen Hof hinaus.

Rund ums Gansl

Am 11. November hat das traditionelle Martinigansl Hochsaison, in vielen Gasthäusern beginnt diese aber schon früher. Die Traunviertler Weidegans feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen und zählt 24 Mitgliedsbetriebe. Die Tiere wachsen 18 bis 24 Wochen auf und werden mit Weidefutter und ergänzendem Getreide gefüttert. 

Nicht bloß eine Einnahmequelle
Mehr als 10.000 Weidegänse gibt es mittlerweile im Traunviertel. Viele Bauern haben damit ein zusätzliches Standbein gefunden. Hebesberger selbst steht heute sowohl der Traunviertler als auch der Österreichischen Weidegans vor. Besonders freut die engagierte Bäuerin aber etwas anderes: die Treue ihrer Kunden. Viele kaufen seit Jahren bei denselben Bauern, auch heimische Wirte setzen auf die regionalen Gänse. Für die sympathische Bäuerin ist das ein schöner Beweis, dass sich die Arbeit lohnt. Und wenn sie über ihre Tiere spricht, wird deutlich, dass die Gänse bei ihr nicht bloß Einnahmequelle sind, sondern längst eine Herzensangelegenheit. 

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