Zu viel bestellt, jetzt fehlt das Geld - was viele Landsleute vom Packerlversand kennen, trifft nun auch auf die beiden neuen Unis in Linz - die Med-Uni und die I:TU - zu. Am Dienstag machten sechs Kapazunder gemeinsam Front gegen die Wiener Einsparpläne und für ein 50 Millionen „Zuckerl“.
Schicker Rahmen, gruseliger Inhalt: fünf hohe Herren, drei davon in weißen Ärztekittel, und eine Dame traten am Dienstag um 11 Uhr im JKU medLoft im neunten Stockwerk des ADM-Gebäudes am Linzer KUK-Campus vor die Presse. Darum geht´s: Während der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode der Universitäten (2028-2030) läuft die 15a-Vereinbarung zur Finanzierung und zum Aufbau der Medizinischen Fakultät in Linz mit Ende 2028 aus. Gleichzeitig beginnt die zweite Aufbauphase. Sie wurde bereitsim Vorjahr mit dem Wissenschaftsministerium verhandelt. Eine verbindliche Finanzierungszusage für die Jahre 2029 bis 2030, einschließlich der erforderlichen zusätzlichen Mittel, steht jedoch bislang aus. Dabei geht es um 50 Millionen Euro zusätzlich.
Das sechsköpfige „Panik-Orchester“, bestehend aus den Spitzen von JKU und Med-Uni warnte unisono: Die Sicherstellung dieser Anschlussfinanzierung sei von entscheidender Bedeutung, um die geplante Weiterentwicklung von Forschung und Lehre sowie den weiteren Ausbau der Universitätsmedizin am Kepler Universitätsklinikum nachhaltig gewährleisten zu können. Ohne ausreichende finanzielle Absicherung der Medizinischen Fakultät stünden sowohl die Entwicklung der medizinischen Ausbildung mit jährlich 330 Studienplätzen als auch die langfristige Sicherstellung einer hochwertigen medizinischen Spitzenversorgung durch das Kepler Universitätsklinikum auf dem Spiel.
Die Medizinische Fakultät befindet sich mitten im Aufbau. Nur eine gesicherte Finanzierung ermöglicht es, diesen planmäßig fortzuführen.
Stefan Koch, Rektor der Johannes Kepler Universität Linz
Bislang wurde die Med-Uni – anders als die Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck und Graz – auf Basis einer eigenen 15a Vereinbarung und damit unabhängig vom Globalbudget der öffentlichen Universitäten finanziert.
16 Lehrstühle sind schon besetzt
Der klinische Bereich der Medizinischen Fakultät wird von den Universitätskliniken des Kepler Universitätsklinikums getragen und ist unmittelbar mit der spitzenmedizinischen Versorgung in Oberösterreich verbunden. JKU und KUK haben bisher 16 klinische Lehrstühle aufgebaut. Bis 2039 sollen insgesamt 35 Abteilungen des Kepler Universitätsklinikum universitär besetzt sein.
Nur eine langfristig gesicherte Finanzierung schafft die Voraussetzung, die 330 Studienplätze und somit den Aufbau des medizinischen Nachwuchses abzusichern.
. Meinhard Lukas, Geschäftsführer Kepler Universitätsklinikum
Innerhalb von zwölf Jahren wurden in Linz jährlich 330 Studienplätze aufgebaut. „Mit einer enormen Kraftanstrengung ist es gelungen, die Zahl der Studienplätze in kurzer Zeit von 60 auf 330 zu erhöhen. Die hohe und vielfach ausgezeichnete Qualität der Lehre verdanken wir insbesondere dem großen Engagement unserer Ärzte, von denen mehr als 70 Prozent am Kepler Universitätsklinikum tätig sind. Derzeit schließen jährlich rund 200 Studierende ihr Medizinstudium in Linz ab. Etwa 75 Prozent von ihnen beginnen ihre ärztliche Ausbildung in Oberösterreich und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der regionalen Gesundheitsversorgung“, so Bernd Lamprecht, Dekan für Lehre der Medizinischen Fakultät der JKU.
Hinter vorgehaltener Hand
Die medizinische Phalanx soll die Ansprüche der Oberösterreicher auf genug Geld für „ihre“ Med-Uni stützten. Hinter vorgehaltener Hand wird freilich auch gemutmaßt, ob sich nicht ein „Deal“ mit dem Bund anbahnt. Weniger „Kohle“ für die ungeliebte Digital-Uni I:TU im Tausch für eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Ärzte-Uni.
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