Gehen Sie weiter. „Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen“ – dieses gerne verwendete Filmzitat könnte auch Leitlinie unserer gloriosen türkis-rot-pinken Bundesregierung sein. Im Kult-Film „Die nackte Kanone“ geht beinahe die Welt unter, während Hauptdarsteller Leslie Nielsen vor der umtosten Katastrophenszenerie die aufgeregte Menge mit der Anweisung, weiterzugehen, zu beruhigen probiert. Was in Hollywood gelingt, das schafft unsere Regierung nicht. Sie versucht zwar, ihre Zerrissenheit zu verbergen, bemüht sich, den Eindruck zu erwecken, das Tohuwabohu in der SPÖ mit drei bis vier Parteichefs und ein bis zwei Vizekanzlern sei kein Problem.
Nichts zu sehen. Wenn sich die höchstrangigen Vertreter der drei Parteien (tja, wer ist das nun bei der SPÖ überhaupt?) so wie gestern zur Krisensitzung treffen, dann darf diese keinesfalls als solche betitelt werden, ja nicht einmal als „Klausur“, bloß als „Arbeitssitzung“. Und das Ergebnis dieser Sitzung mitten im vom Bundeskanzler ausgerufenen „Herbst der Ergebnisse“? Zwar ein paar Einigungen. Etwa beim umstrittenen Budget für die Universitäten. Man präsentierte auch ein „Zukunftsdepot“, mit dem die meisten Österreicher (noch?) nichts anfangen können oder sprach von „Fortschritten“ bei der Reform der Sozialhilfe. Aber was tut sich etwa beim Megathema Wehrdienstreform? Oder bei der Paketsteuer, die die Österreicher so aufregt? Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen . . .
Kommen Sie gut durch den Sonntag!
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