Keine Termine in Tirol

„Wir schicken unsere Patientinnen nach Salzburg“

Tirol
18.10.2026 07:00

An eine Odyssee grenzt es, einen Termin für einen Nackenfaltentest oder ein Organscreening in Tirol zu erhalten – die „Krone“ berichtete. Eine Gynäkologin verrät nun weitere Details, die durchaus beunruhigend sind.

Viele werdende Eltern wollen wissen, ob ihr ungeborenes Baby möglicherweise eine Fehlbildung entwickeln könnte. Aufschluss darüber kann ein Nackenfaltentest beziehungsweise auch ein Organscreening geben. Schwangeren bleibt dafür nur ein begrenztes Zeitfenster.

Dass es in Tirol herausfordernd ist, einen Termin für diese Untersuchungen zu erhalten, bestätigt nun auch eine Tiroler Gynäkologin. Sie will anonym bleiben, ihr Name ist der Redaktion aber bekannt. „Beide Check-ups müssen bei einem Facharzt absolviert werden, der dafür zertifiziert ist. In Österreich ist nicht immer ganz klar, wer dies ausüben darf und welche Ausbildungen anerkannt sind. Das ist ein Graubereich“, erläutert sie.

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Jene Fachärzte in Tirol, die diese Leistungen anbieten, arbeiten professionell. Aber sie haben einfach keine Kapazitäten mehr.

Eine Tiroler Gynäkologin

„Wir sprechen hier nicht von Kassenleistungen“
Hinzu komme, dass diese Untersuchungen ausnahmslos privat zu bezahlen seien. „Es ist unzulässig, hier über den österreichischen Staat zu diskutieren – wir sprechen hier nicht von Kassenleistungen. Das geht ,cash’ aus der Hand der werdenden Mamis“, so die Frauenärztin.

Ihre Assistentinnen kümmern sich um die Vereinbarung von Terminen ihrer Patientinnen für Nackenfaltentest und Organscreening. „Sie telefonieren sich dumm und dämlich, wie man so schön sagt. Daher stammen unsere Infos aus erster Hand“, bekräftigt sie, „jene Fachärzte, die diese Leistungen anbieten, arbeiten höchst professionell und sind sehr gut. Aber sie haben einfach keine Kapazitäten mehr frei. Es nützt auch gar nichts, wenn man bereit ist, eine große Summe für diese Untersuchungen zu bezahlen“.

Situation in Salzburg „derzeit noch besser“
Termine in Tirol seien mittlerweile „Mangelware“. „Wir schicken unsere Patientinnen daher zu Fachärzten nach Salzburg, die ebenfalls vorbildlich arbeiten. Dort sieht die Situation – zumindest derzeit noch – deutlich besser aus“, weiß die Gynäkologin.

Prinzipiell sei diese Causa heikel. „Es gibt Präzedenzfälle: Fachärzte wurden verklagt, weil sie im Zuge von derartigen Untersuchungen falsche Befunde erstellt haben“, so die Frauenärztin.

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