Der Wiener Gesundheitsverbund muss eine neue Wäscherei für alle Spitäler bauen – doch bei dem Projekt läuft nicht alles rund. Und es kostet jetzt schon ein Vermögen, obwohl nicht einmal der Standort feststeht.
Jahrelange Verzögerungen, horrende Kosten bei der Planung, und immer noch gibt es keinen Standort – der Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) muss eine neue Wäscherei bauen, und das ganze Vorhaben wirkt schon jetzt mehr als unsauber. Wie berichtet, ist das Dampfnetz am Flötzersteig am Ende seiner technischen Lebensdauer angekommen – doch genau das versorgt die aktuelle Wigev-Wäscherei im 14. Bezirk, und ohne Dampf keine frische Wäsche. 30 Tonnen werden pro Tag gereinigt und in Kliniken, Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser geliefert. 2030 ist Schluss. Dann braucht der Gesundheitsverbund eine neue Wäscherei. Angedacht ist ein Neubau am Hafen.
Problem Nummer eins – die Panne rund um die Vergabe
Auch das hat die „Krone“ berichtet: Obwohl Wien Energie schon 2021 warnte, dass es eben ab 2030 keine weitere Versorgung geben würde, wurde das Vergabeverfahren für den neuen Standort erst im ersten Quartal 2026 eingeleitet. Offenbar gingen die Experten davon aus, dass es für die Standortsuche kein öffentliches Vergabeverfahren benötigt. Dem ist aber nicht so. Der Versuch findiger Juristen, einen rechtlichen Ausweg aus dem Schlamassel zu finden, scheiterte. Ein Verfahren war Pflicht – und musste nachgeholt werden.
Problem Nummer zwei – schon jetzt kostet das Projekt ein Vermögen
Im Zuge des Vorhabens wurde für den neuen Standort eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Alleine die soll bereits 500.000 Euro gekostet haben. Der Wigev kommuniziert das der „Krone“ gegenüber auch sehr transparent – was heutzutage übrigens keine Selbstverständlichkeit ist.
Eine Wigev-Sprecherin: „Für die Studie und die damit verbundenen Leistungen der Projektvorbereitung sind insgesamt rund 900.000 Euro budgetiert. Dazu zählen neben der Machbarkeitsstudie unter anderem die Betriebsorganisationsplanung, Planungen zur Energieversorgung, die rechtliche Begleitung sowie die Vorbereitung der Ausschreibungen.“
Die FPÖ kritisiert die Ausgaben und nimmt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker von der SPÖ in die Pflicht.
Problem Nummer drei – die Jahre lösen sich in Dampf auf
2030 ist also Schluss mit dem alten Standort, der neue am Hafen nicht einmal noch fix. Offiziell heißt es: „Die Zuschlagsentscheidung ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.“ Bei Wien Energie rechnet man wiederum offenbar schon mit Verzögerungen und erklärt: „Es wird an Maßnahmen gearbeitet, um das Dampfnetz etwas länger in Betrieb halten zu können.“ Schon jetzt stinkt das Projekt Wäscherei ordentlich gegen den Wind.
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