Junge Firma aus OÖ

In Neukirchen wächst ein globaler Roboter-Riese

Oberösterreich
13.10.2026 13:00

Die Firma Agilox aus Neukirchen bei Lambach (OÖ) baut Roboter, die Waren selbstständig transportieren können. Damit legte die junge Firma zuletzt einen rasanten Aufstieg hin. Mitgründer David Niedermaier skizziert im „Krone“-Gespräch, wie es weitergehen soll.

„Man kann unsere Roboter-Fahrzeuge in eine Werkshalle stellen und sofort loslegen. Unsere Fahrzeuge kennen nur den Aufnahmepunkt und den Abgabepunkt einer Ware. Alles dazwischen machen sie autonom. Sie nehmen permanent die Umgebung wahr und weichen Mitarbeitern oder Hindernissen aus“ – so erklärt Mitgründer und CEO David Niedermaier, was seine Firma Agilox in Neukirchen bei Lambach zusammenschraubt.

Sitz und Produktionsstätte der Firma Agilox sind in Neukirchen bei Lambach.
Sitz und Produktionsstätte der Firma Agilox sind in Neukirchen bei Lambach.(Bild: Agilox)

Umsatz der jungen Firma wächst jährlich um 30%
Das junge Unternehmen verkauft seine selbstfahrenden Logistikroboter – es gibt vier verschiedene Modelle, eines ist einem Stapler nachempfunden – erst seit 2017, legte seitdem aber einen rasanten Aufstieg hin. 2021 wurden die Mehrheitsanteile an die US-Investmentgesellschaft Carlyle verkauft, dem Vernehmen nach um mehrere hundert Millionen Euro. Laut eigenen Angaben steigt der Umsatz jährlich um mehr als 30 Prozent und liegt nun bei etwas weniger als 100 Millionen Euro.

Logistikbranche

Die Logistikbranche ist aktuell ein großer Wachstumsmarkt, denn viele Unternehmen rund um den Globus wollen ihre Produktion, ihre Lagerhäuser oder ihre Verteilzentren zunehmend automatisieren – dafür braucht es eine moderne Logistik. In Oberösterreich profitieren einige Logistikunternehmen von diesem Boom. Die TGW aus Marchtrenk vermeldete kürzlich ein Umsatzwachstum von 29 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Und Schwingshandl aus Holzhausen baut seine Fertigung wegen der guten Geschäftslage um 5,5 Millionen Euro aus – die „Krone“ berichtete darüber.

Roboter transportieren auch Bettwäsche
Mittlerweile hat Agilox 280 Mitarbeiter. Die allermeisten davon sitzen in Neukirchen bei Lambach, wo die Firma ihre Roboter entwickelt und produziert. Von dort werden sie in die ganze Welt verschifft. „Wir exportieren mehr als 90 Prozent“, sagt Niedermaier. Die Agilox-Roboter seien vorwiegend in Produktionsbetrieben im Einsatz. „30 unserer Fahrzeuge sind zum Beispiel bei BMW in Regensburg und bringen dort Teile vom Hochregallager zur Produktionsanlage.“ Doch auch in Lagern und sogar einem Hotel sind die selbstfahrenden Roboter zu finden – „dort transportieren sie Bettwäsche“, erzählt Mitgründer Niedermaier.

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Oberösterreich ist ein sehr guter Standort für Technologieunternehmen, weil es gut ausgebildete Leute gibt.

David Niedermaier, Mitgründer und CEO

Die Firma will in den kommenden Jahren weiter wachsen: „Pro Jahr werden mehr als zwei Millionen Gabelstapler und Flurförderfahrzeuge verkauft, aber nur 20.000 bis 30.000 autonome Roboterfahrsysteme. Man steht hier also noch relativ am Anfang“, skizziert Niedermaier das Potenzial seines Unternehmens.

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